Die Stiftung Konsumentenschutz hat eine umfassende Prüfung der Online-Shops verschiedener Schweizer Kultur- und Freizeiteinrichtungen durchgeführt. Im Rahmen dieser Untersuchung wurden gravierende Manipulationstechniken, sogenannte «dark patterns», an 48 von insgesamt 73 analysierten Websites festgestellt. Diese Techniken sind darauf ausgelegt, Nutzer zu beeinflussen oder in die Irre zu führen.
Unter den betroffenen Veranstaltern befinden sich das Luzerner Theater und das KKL Luzern. Beim KKL moniert der Konsumentenschutz vorausgewählte Versicherungen sowie mehrfache Hinweise auf Gastro-Angebote, begleitet von einem nur 15-minütigen Countdown. Auch beim Luzerner Theater wird ein kurzer Countdown von einer Viertelstunde kritisiert und die Pflicht zur Anmeldung angeführt.
Das KKL verteidigt seine Praxis gegenüber der «Basler Zeitung» mit dem Argument, dass die Versicherung als Mehrwert für Kunden diene und jederzeit abgewählt werden könne. Zudem werde bei Versehen das Geld innert drei Tagen erstattet. Das Theater weist auf die Sicherheit des Kaufprozesses hin und bekräftigt, keine Manipulation der Nutzer zu intendieren.
Die Kritik des Konsumentenschutzes hat beide Institutionen dazu veranlasst, ihre Buchungsprozesse kritisch zu hinterfragen. Das Luzerner Theater betont die Wichtigkeit der Anmeldung für einen sicheren Ticketkauf und den Service bei Änderungen oder Rückfragen.
Quellen: Medienmitteilung des Konsumentenschutzes, Untersuchungsergebnisse des Konsumentenschutzes, Informationsseite zu Dark Patterns, Besuch von Ticketshops beim Luzerner Theater und KKL, Artikel der «Basler Zeitung», schriftlicher Austausch mit dem Luzerner Theater.