Eine Untersuchung von zentralplus hat aufgedeckt, dass die Einnahmen aus Bussen in Luzern im Jahr 2025 um das Vierfache gestiegen sind. Die Stadt hat nun die Hintergründe für diese Entwicklung erläutert.
Im Vergleich zum Vorjahr mussten die Bewohner von Stadtluzern 2025 deutlich mehr Bussgelder zahlen, was zu einem Anstieg der Einnahmen auf fast 2,5 Millionen Franken führte. Im Jahr 2024 wurden noch 636’000 Franken eingenommen, sodass sich die Einnahmen um nahezu das Vierfache erhöhten.
Die Gründe für diese signifikante Steigerung waren zunächst unklar, bis die Stadt Stellung bezog. Die Bussgelder der letzten fünf Jahre schwankten durchschnittlich bei rund 1,67 Millionen Franken pro Jahr. Während die Einnahmen zwischen 2021 und 2023 nur geringfügig variierten, waren sie im Jahr 2024 um etwa 62 Prozent niedriger und im Jahr 2025 um fast 50 Prozent höher.
Für das Budget der Stadt stellten die Jahre 2024 und 2025 eine Herausforderung dar. Im Jahr 2024 lag die Einnahme bei den Bussen nahezu eine Million Franken unter dem prognostizierten Betrag, was einem Defizit von rund 60 Prozent entsprach. Dagegen übertraf die Stadt 2025 das Budget um fast 800’000 Franken, eine Abweichung von etwa 47 Prozent.
Die Gründe für diese Schwankungen waren zunächst unklar und lösten Spekulationen aus. Ein Nutzer von zentralplus vermutete in einem Kommentar: “Das bedenkliche Bild der Bussenentwicklung im Jahr 2025 ist weniger ein Zeichen eines gierigen Staates, sondern vielmehr das Ergebnis einer flächendeckenden Vergesslichkeit hinsichtlich rechtsstaatlicher Regeln.”
Die Stadt Luzern hat eine Medienanfrage von zentralplus beantwortet und klargestellt, dass die Gründe nicht im Verhalten der Autofahrer zu suchen sind.
Marietta Bürki, Stabschefin der Finanzdirektion von Luzern, erklärte auf Anfrage, dass die Schwankungen durch Verzögerungen bei den Steuerbussen für Privatpersonen entstanden. Nach einer umfangreichen Erneuerung der Steuerplattform LuTax im Herbst 2024 konnten Bussgelder aus dem Jahr 2024 nicht rechtzeitig erfasst werden, was zu einem Rückstand führte.
Im Jahr 2024 wurden folglich deutlich weniger Bussen eingenommen als geplant. Im darauf folgenden Jahr konnte die Stadt den Rückstand aufholen, wodurch sich die Einnahmen im Vergleich zum Budget verdoppelten. Über die beiden Jahre betrachtet gleichen sich diese Unterschiede jedoch aus.
Die durchschnittlichen Bussgelder der Jahre 2024 und 2025 beliefen sich auf 1,57 Millionen Franken, was nahe am Fünfjahresdurchschnitt von 1,67 Millionen liegt. Die budgetierten Beträge für diese beiden Jahre lagen bei etwa 1,6 beziehungsweise 1,7 Millionen Franken.
Bei der Budgetierung für das Jahr 2025 orientierte sich die Stadt am Wert von 2023, da sie nicht vorhersehen konnte, welche Auswirkungen die Steuerplattform-Erneuerung haben würde. Für die Zukunft erwartet man im Steueramt, dass sich die Situation ab dem Jahr 2026 wieder auf das Niveau des Jahres 2023 einpendeln wird.