Aus bescheidenen Anfängen wurde er zum einflussreichsten Mann im Römischen Reich. Am 13. Januar 27 v.Chr. versammelte sich der Senat in der Curia Iulia auf dem Forum Romanum. Octavian, Cäsars Adoptivsohn und Prinzeps, hielt eine Rede über seine Bemühungen um den Staat, die er als entscheidend für das Ende des Bürgerkriegs ansah und betonte die Transformation Roms zu einem Weltreich. In seinem Lebensbericht beschrieb er nüchtern seinen Rücktritt: “In meinem sechsten und siebenten Konsulat, nachdem ich den Bürgerkriegen ein Ende gesetzt hatte, habe ich mit Zustimmung der Allgemeinheit die Macht zurückgegeben.”
Nach seiner entscheidenden Schlacht bei Actium 33 v.Chr., in der er Marcus Antonius besiegte, erreichte Octavian seinen Höhepunkt. Er bekleidete das Konsulat siebenmal und führte als Befehlshaber über die Truppen eine ungewöhnliche Konzentration von Macht. Die Ankündigung, seine Macht abzugeben, überraschte viele Senatoren, obwohl sein Rücktritt erwartet worden war.
Geboren wurde Octavius 63 v.Chr. als Sohn einer lokalen Oberschicht in Velitrae. Sein Großonkel Julius Cäsar nahm ihn unter seine Fittiche und machte ihn zum Haupterben. Nach Cäsars Ermordung 44 v.Chr. übernahm Octavian geschickt dessen Machtbasis, gewann die Truppen für sich und nutzte finanzielle Mittel aus den Partherkriegsvorbereitungen.
Im Tatenbericht schilderte er seine Anfänge selbstbewusst: “Mit eigenem Geld stellte ich ein Heer auf.» Es war seine Entscheidung, gegen Cäsars Mörder vorzugehen. Durch geschicktes Handeln gewann er die Unterstützung des römischen Volks und verhandelte mit Cäsar-Anhängern sowie Senatoren wie Cicero.
Trotz fehlender offizieller Stellung nutzte Octavian seine Armee, um Einfluss im Senat zu gewinnen. 43 v.Chr. wurde er ohne vorherige Amtsausübung in den Senat aufgenommen und bekämpfte Antonius. Zusammen mit Marcus Aemilius Lepidus bildete er das Dreimännerkollegium, welches eine faktische Willkürherrschaft führte.
Die Proskriptionslisten unter ihnen dezimierten die Führungsschicht Roms massiv und etablierten neue politische Loyalitäten. Der Bürgerkrieg setzte sich fort: 42 v.Chr. siegten die Triumvirn bei Philippi, Antonius’ Einfluss wuchs, wurde aber später durch seine Abwesenheit in Ägypten geschmälert.
31 v.Chr. endete der Konflikt mit Octavians Sieg über Antonius und Kleopatra bei Actium, was ihm die alleinige Macht sicherte. Rom hatte seit 500 v.Chr. eine Republik, war jedoch zunehmend instabil geworden. Octavian versprach die Wiederherstellung der Republik (“Res publica restituta”) und betonte in Inschriften seine Rolle bei der Rückgabe von Rechten und Gesetzen.
Obwohl es formal einen Senat gab, war seine Macht begrenzt. Es gab keine echten Debatten, da Octavian über die Truppen und genügend finanzielle Mittel verfügte, um Einfluss zu nehmen.