Nachdem sich das Konzept bei der SBB bewährt hat, setzt nun auch die BLS auf Sonnenblumen-Bändeli zur Unterstützung von Fahrgästen mit unsichtbaren Beeinträchtigungen. Geruchsbelastungen im Zug oder Lärmbelästigungen wie quietschende Räder können für manche eine grosse Herausforderung darstellen, wie der Asperger-Autismus-Betroffene Marius Iseli erlebt.
Für Iseli sind nicht nur olfaktorische Reize problematisch. Er betont: «Das Umsteigen von einem Zug auf den anderen.» Auch Lichtempfindlichkeiten und weitere Störungen bereiten ihm Schwierigkeiten. Die BLS unterstützt solche Fahrgäste nun mit Sonnenblumen-Bändeli, die seit Anfang Mai erhältlich sind. Diese Bänder werden in allen Reisezentren der BLS ausgegeben und tragen dazu bei, unsichtbare Beeinträchtigungen sichtbar zu machen.
Die Initiative wird auch von anderen Gruppen wie Epilepsie- oder Demenzbetroffenen begrüsst. Iseli äussert sich im Instagram-Video positiv über das Angebot: «Dass ich andere Bedürfnisse habe, bringt mir etwas und den anderen Leuten auch». Auf dem grünen Bändeli mit Sonnenblumen-Symbol ist die jeweilige Beeinträchtigung vermerkt. Helene Soltermann von der BLS erläutert: «Unser Personal kann so erkennen, dass eine Person mehr Zeit oder Geduld benötigt, etwa bei der Ticketkontrolle».
Der Schritt soll Menschen mit unsichtbaren Behinderungen mehr Sichtbarkeit verschaffen. Die Resonanz auf das Angebot seit Beginn des Monats sei positiv, berichtet Soltermann gegenüber Nau.ch. Obwohl erst wenige Bänder verteilt wurden, könnte die Nachfrage steigen.
Die BLS folgt damit der SBB, die 2025 als erstes Schweizer Bahngesellschaft ein ähnliches Pilotprojekt startete und im März dieses Jahres auf alle Reisezentren ausweitete. Die SBB zieht ebenfalls positive Bilanz: Über 10’000 Lanyards wurden in den ersten sechs Monaten nach Einführung ausgegeben, teilt Mediensprecher Reto Schärli mit. Betroffene schätzen die Möglichkeit, ihre Beeinträchtigung ohne Nachweispflicht offenzulegen.