Was macht eine Uhr zu einem zeitlosen Klassiker? Modelle von Cartier, Rolex, Patek Philippe und Omega zeigen, dass mehr als nur gutes Design nötig ist. Manchmal beginnt ihre Geschichte sogar mit einem Fehlstart.
Diese Uhren sind begehrt von Kunden, geschützt von Marken und bringen der Industrie erhebliche Vorteile ein: Sie repräsentieren weit mehr als bloße Produkte. In ihnen konzentrieren sich Geschichte, Design, Status und kommerzieller Erfolg. Diese Uhren prägen nicht nur das Image ihrer Hersteller, sondern auch das der Schweizer Uhrmacherei.
Ihre wirtschaftliche Bedeutung lässt sich nicht genau beziffern, doch ist eines klar: Der globale Markt wird von wenigen Herstellern dominiert und innerhalb dieser Häuser tragen einige Modelle erheblich zum Umsatz, Prestige und zur Wiedererkennbarkeit bei. Acht Uhren stehen exemplarisch dafür.
Der Begriff „Ikone“ hat religiöse Wurzeln und ist in der Uhrenindustrie vergleichsweise neu. Ein Blick in die Datenbank von „The Watch Library“ zeigt, dass er erst um die Jahrtausendwende häufiger vorkam – seitdem hat sich der Begriff im Sprachgebrauch von Marketing, Medien und Sammlern etabliert.
Was macht eine Uhr zur Ikone? Wir haben dies mit den Uhrendesignern Eric Giroud und Emmanuel Gueit erörtert. Es ergibt sich kein starres Regelwerk, sondern ein Kanon von Eigenschaften: Sie wird nicht geschaffen, sie entsteht – durch Zeit und Kunden.
Eine Ikone geht über die Marke hinaus: Die Hersteller sind lediglich ihre Hüter. Sie ist lebendig: eine Liebesgeschichte, die gepflegt werden muss. Sie ist generationenübergreifend: man besitzt sie nicht, sondern verwahrt sie.
Sie bleibt beständig und trotzt allen Moden. Ewig: Entsteht, lebt, stirbt und wird wiedergeboren. Eine Offenbarung: Ihre Inspiration entspringt einer Vision, nicht der Vernunft. Ein Schock: Ihre Schaffung erfordert Mut und Ausdauer.
Die Tank von Cartier ist ein Paradebeispiel. Pierre Rainero, Direktor für Image bei Cartier, beschreibt sie als „die kreative Vision von Louis Cartier – die Reduktion auf das Wesentliche: zwei parallele Linien“. Entstanden im Ersten Weltkrieg, war sie nicht als Militäruhr gedacht, hat aber mehrere Markenwenden überdauert.
Die Oyster von Rolex ist ein weiteres Beispiel. In den 1920er Jahren revolutionierte sie das Konzept der Armbanduhr durch ihren wasserdichten Mechanismus. Sie war entscheidend für die Entwicklung anderer legendärer Modelle wie Daytona und Submariner.
Jaeger-LeCoultres Reverso, bekannt für ihr drehbares Gehäuse, wurde schnell zum Sinnbild der Marke. Ihre Anpassungsfähigkeit erlaubte es, sie mit verschiedenen technischen Raffinessen zu versehen.
Pateks Nautilus und Calatrava sind ein ungleiches Paar: Die eine ist lautstark und modern, die andere zurückhaltend und klassisch. Für Patek-Präsident Thierry Stern steht jedoch fest: „Die Calatrava ist die größte Ikone.“
Willy Breitling entwickelte die Navitimer als multifunktionales Instrument für Piloten. Der Erfolg war so groß, dass sie zum Bestseller der Marke avancierte.
Die Omega Speedmaster, bekannt als Monduhr, wurde aufgrund ihres Designs und ihrer technischen Exzellenz zur Ikone. Die Zusammenarbeit mit der Nasa hat ihren Status weiter gefestigt.