Laut neuesten Daten aus Zug hängt das Gesundheitswesen stark von Fachkräften aus dem Ausland ab. Im Kontext der Abstimmungskampagne zur Volksinitiative “Keine 10-Millionen-Schweiz” äußert sich SVP-Nationalrat Thomas Aeschi zu den Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Personalmangel. Mehrere Kliniken, darunter das Zuger Kantonsspital und die Triaplus AG, bestätigen ihre Abhängigkeit von EU-Bürgern: Im Klinik Meissenberg ist fast jede dritte Angestellte EU-Deutsche, während im Zuger Kantonsspital jeder siebte Mitarbeiter aus der EU stammt. Das Kantonsspital betont, dass diese 14 Prozent des Personals essentiell sind.
Die hohe Abhängigkeit vom ausländischen Personal wirft Fragen auf, insbesondere vor dem Hintergrund der Debatte um die Einschränkung der Zuwanderung durch die SVP geführten Initiative. Spitäler und Pflegeverbände warnen vor einem weiteren Personalmangel, wenn zusätzliche Hindernisse geschaffen werden sollten.
Eine Anfrage bei verschiedenen Kliniken, Verbänden und Thomas Aeschi ergab, dass eine Lösung für den Fachkräftemangel ohne ausländische Arbeitskräfte schwer umsetzbar ist. Das Zuger Regierungsrat hält fest, dass besonders in psychiatrischen Einrichtungen ein hoher Bedarf an EU-Bürgern besteht.
Alliance Care, der nationale Pflegeverband, betont die kritische Abhängigkeit von ausländischen Fachkräften und führt die schwierigen Arbeitsbedingungen als Hauptursache für den Personalabgang auf. Die Rekrutierung kann bereits jetzt bis zu ein Jahr dauern.
Thomas Aeschi sieht das Problem anders: Er argumentiert, dass die Initiative nicht darauf abzielt, Zuwanderung generell einzuschränken, sondern vielmehr “die Richtigen” anzuziehen. Aeschi hält eine jährliche Einwanderung von etwa 40’000 Fachkräften für möglich und schlägt Umschulungen vor, um den inländischen Arbeitsmarkt zu stärken.
Die SVP argumentiert weiterhin, dass die hohe Zuwanderungsrate zusätzlichen Bedarf an Infrastruktur verursacht. Der Regierungsrat und Wirtschaftsverbände haben jedoch ihre Bedenken geäußert. Die Initiative wird als “milder” im Vergleich zu früheren Anti-Migrationsinitiativen beschrieben, doch die Unsicherheit über die tatsächliche Anzahl der benötigten Arbeitskräfte bleibt bestehen.
Quellen: Schriftwechsel mit Thomas Aeschi und verschiedenen Kliniken sowie Berichte in Schweizer Medien.