In der kommenden Woche besucht US-Präsident Donald Trump Peking, wobei Themen wie der Konflikt im Iran, die Dominanz in Künstlicher Intelligenz und Taiwans Zukunft auf der Agenda stehen. Mikko Huotari vom Mercator Institute for China Studies hebt hervor, dass China hierbei möglicherweise die bessere Position hat.
Huotari äußert sich zu Trumps Aussage über eine erwartete Umarmung durch Xi Jinping und betont, wie Trump seinen chinesischen Amtskollegen respektiert. In China wird Trump jedoch als unzuverlässig und intellektuell unterlegen angesehen, was Peking als strategische Gelegenheit sieht, da Trump aufgrund seiner innenpolitischen Herausforderungen und seinem Streben nach Prestige bereit ist, alles durch Deals zu regeln.
Huotari betont, dass China seine Widerstandsfähigkeit in den letzten Monaten gestärkt hat, während die USA durch den Iran-Konflikt abgelenkt sind. Der Krieg zieht die Aufmerksamkeit von der Vorbereitung auf bedeutende Gipfel ab und bietet China eine strategische Pause.
Huotari weist darauf hin, dass Chinas Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit dem Westen im Iran-Konflikt begrenzt ist. Obwohl Peking westlichen Partnern gegenüber manchmal nachgiebig erscheint, bleibt seine grundlegende Politik unverändert.
Seit zwanzig Jahren fordert der Westen von China als wachsender Macht mehr Verantwortung. Doch Huotari glaubt nicht, dass sich Chinas Haltung gegenüber Iran oder Russland ändern wird, da es lediglich seinen Einfluss nutzt, um bei westlichen Akteuren ein stabiles Bild zu vermitteln.
Russlands Rolle in Chinas Energiestrategie ist bedeutsam. Russisches Öl und Investitionen in erneuerbare Energien kompensieren die eingeschränkten Lieferungen aus dem Iran. Huotari betont, dass diese Diversifizierungsstrategie sich nun auszahlt.
Der Gipfel bietet für beide Seiten Interessen, und es gibt potenzielle Kompromisse bei Themen wie Flüssigerdgas (LNG) oder Sojabohnen. China könnte mit solchen Zugeständnissen den Handelsstreit stabilisieren, während Trump etwas Vorzeigbares nach Hause bringen muss.
Huotari sieht geringe Chancen für Trumps Einsatz von Taiwans Status im Handelsstreit aufgrund innenpolitischer Widerstände. Die Vermischung von Geopolitik und Handel sei schädlich, stellt aber eine neue Realität dar.
Taiwan ist ein Schlüsselproduzent von Mikrochips; die Abhängigkeit der USA von Taiwan wird kritisiert. Trumps Bewusstsein für diese Abhängigkeit spiegelt sich in seinen Rhetoriken wider, doch es bleibt bei temporären Lösungen.
In der KI-Entwicklung stehen China und die USA im Wettbewerb. Huotari zweifelt daran, dass beide verantwortungsbewusst mit dieser Technologie umgehen können, da sie militärisch genutzt wird.
Beide Seiten versuchen sich gegenseitig auszubremsen; Washington erwägt den Verkaufsverbot von Halbleitern an China. Huotari hebt Chinas Vorteile in der Talentsuche hervor und stellt fest, dass die USA auf die Einwanderung angewiesen sind.
Nach Trumps Versuch, sich Grönland einzuverleiben, haben viele Europäer Wirtschaftsbeziehungen mit China gesucht. Diese Dynamik könnte zu einer Abkehr von den USA hin zu China führen, was europäische Chinapolitik beeinflusst.
Huotari vermutet eine Zunahme regionaler Einflussbereiche, aber keine klare Aufteilung der Welt in Blöcke. Er prognostiziert ein zehnjähriges Ringen zwischen beiden Supermächten, deren Stärke durch innenpolitische Probleme geschwächt ist.
Für 2040 sieht Huotari Macht als Kontrolle über Energie, Rechenkapazität und Finanzinfrastrukturen. Er erwartet eine Ausweitung Chinas Einfluss, während die USA in diesen Bereichen weiterhin führen, aber unter Druck stehen.