Die Schweiz zählt regelmäßig zu den glücklichsten Nationen der Welt, was vor allem auf ihre robusten Institutionen zurückzuführen ist. Trotz globaler Herausforderungen wie Finanzmarktkrisen, Pandemien und geopolitischen Spannungen bleibt die Lebenszufriedenheit hier konstant hoch.
Im neuesten «World Happiness Report» rangiert die Schweiz auf Platz 10 unter rund 150 Ländern. Mit einem Zufriedenheitswert von 7,0 auf einer Skala von 0 bis 10 liegt sie deutlich vor Deutschland (17.), Österreich (19.), Frankreich (35.) und Italien (38.). Seit dem ersten Bericht im Jahr 2012 gehört die Schweiz stets zur Gruppe der glücklichsten Nationen. Besonders hervorzuheben ist das hohe Bruttoinlandsprodukt pro Kopf von knapp 91 000 Dollar, das weit über jenes der USA, Deutschlands und Frankreichs liegt.
Die Schweiz punktet ebenfalls in Gesundheit, Lebenserwartung und Vertrauen in staatliche Institutionen, gestärkt durch direkte Demokratie und Föderalismus. 89 Prozent der Bevölkerung fühlen sich sicher bei nächtlichen Alleingängen – im OECD-Durchschnitt sind es nur 75 Prozent.
Diese Stärken resultieren aus bewährten Institutionen über Jahrzehnte hinweg. In unsicheren Zeiten zeigt sich die Belastbarkeit einer Volkswirtschaft. Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass institutionelles und soziales Vertrauen sowie ein funktionierender Arbeitsmarkt Gesellschaften krisenresistenter machen.
Daten des nationalen Haushalt-Panels belegen diese Stabilität über mehr als zwei Jahrzehnte: Die durchschnittliche Lebenszufriedenheit schwankte zwischen 7,9 und 8,2 auf einer Skala von 0 bis 10. Systematische Einbrüche sind nicht zu erkennen.
Die geringen Unterschiede in der Lebenszufriedenheit zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen heben grundlegende institutionelle Stärken hervor: moderate Einkommensungleichheit, breiter Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung sowie ein politisches System, das verschiedene Interessen berücksichtigt.
Eine Ausnahme bildet die Arbeitslosigkeit. Jobverlust führt unabhängig von der wirtschaftlichen Lage insgesamt zu einem deutlichen Rückgang der Lebenszufriedenheit. Hier geht es nicht nur um Einkommen, sondern auch um soziale Einbindung und Perspektiven. Ein funktionierender Arbeitsmarkt ist somit ein gesellschaftlicher Stabilitätsanker.
Die hohe Lebenszufriedenheit in der Schweiz basiert auf langfristig gewachsenen Strukturen: verlässliche Regeln, stabile Institutionen und wirtschaftliche Anpassungsfähigkeit. Institutionelle Fragen, wie aktuell im Zusammenhang mit dem neuen Vertragspaket mit der EU, verdienen besondere Aufmerksamkeit. Sie beeinflussen zentrale Elemente des institutionellen Gefüges – direkte Demokratie, Föderalismus und Qualität staatlicher Entscheidungen – die zur bisherigen Krisenfestigkeit beigetragen haben.