Nach einer fast vierwöchigen Reise endet die Odyssee des von einem Hantavirus-Ausbruch betroffenen Kreuzfahrtschiffs. Das niederländische Schiff ist laut spanischem Fernsehen im Hafen Granadilla auf Teneriffa eingetroffen, um seine Passagiere an Bord in ihre Heimatländer zu bringen. Die Reise begann am 1. April in Ushuaia, Argentinien, und nahm unterwegs eine dramatische Wendung. Circa 150 Menschen sollen nun per Flugzeug abtransportiert werden.
Nach Angaben von WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus wird die Ausschiffung im Industriehafen Granadilla stattfinden. Die Passagiere werden in versiegelten Fahrzeugen über einen abgesperrten Korridor gebracht, um jeglichen Kontakt mit der Bevölkerung Teneriffas zu vermeiden. Diese Vorsichtsmaßnahme beruhigt die besorgte Bevölkerung der Insel, die an die Corona-Pandemie erinnert wurde. Der kanarische Regierungschef Fernando Clavijo betonte, dass erst mit dem Abtransport aller Passagiere und dem Weiterfahren der Hondius zur Ruhe kommen wird. Tedros versicherte jedoch, dass das Hantavirus nicht vergleichbar mit Covid-19 sei.
Die spanische Gesundheitsministerin Mónica García kündigte an, etwa zwei Stunden nach Ankunft die Gäste und einen Teil der Crew in kontrollierten Gruppen von Bord zu bringen. Vorher sollen alle Passagiere auf Krankheitssymptome untersucht werden.
Nach der Ausschiffung wird das Schiff mit einer Restbesatzung in die Niederlande weiterfahren, wo die Desinfektion stattfinden soll. Die Leiche eines während der Reise verstorbenen Menschen bleibt an Bord und wird nicht auf Teneriffa gelandet.
Laut WHO gibt es sechs bestätigte Hantavirus-Fälle und zwei Verdachtsfälle, bei denen drei Personen verstorben sind: ein niederländisches Ehepaar sowie eine Deutsche. Die Infektionskette könnte von dem niederländischen Ehepaar ausgegangen sein, das sich in Argentinien angesteckt haben könnte. Die übrigen Passagiere der Hondius gelten als symptomfrei.
Hantaviren werden normalerweise durch Nagetiere übertragen und können beim Andes-Typ auch von Mensch zu Mensch weitergegeben werden.