Nach einer aufwühlenden 40-tägigen Reise wird das Kreuzfahrtschiff Hondius am frühen Sonntagmorgen in den Gewässern vor Teneriffa erwartet. Die Passagiere sollen dort verladen und dann in ihre Heimatländer geflogen werden. Die Reise, die im April in Ushuaia begann, führte zu einem dramatischen Geschehen aufgrund eines Hantavirus-Ausbruchs an Bord.
Der Direktor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, teilte mit, dass die Passagiere im Industriehafen von Granadilla aus versiegelten Fahrzeugen über einen abgeriegelten Korridor in ihre Länder zurückgebracht werden. “Kontakt zu den Passagieren oder deren Familien wird es nicht geben”, betonte Tedros gegenüber der Bevölkerung Teneriffas.
Angesichts erheblicher Bedenken seitens der Inselbewohner, die an die Corona-Pandemie erinnert wurden, versicherte Regierungschef Fernando Clavijo Beruhigung erst nach dem Abtransport aller Passagiere und der Weiterfahrt der Hondius in die Niederlande. Tedros klärte auf, dass das Hantavirus mit Covid-19 nicht vergleichbar sei: “Dies ist kein neues Corona-Virus.”
Die spanische Gesundheitsministerin Mónica García erklärte, dass die Anlegestunde des Schiffes zwischen 4 und 6 Uhr Ortszeit liegen werde. Etwa zwei Stunden danach sollen die Passagiere kontrolliert in Gruppen an Bord geprüft und anschließend zu ihren Flugzeugen gebracht werden.
Nach der Ausschiffung soll das Schiff mit einer Restbesatzung weiter nach Niederlande fahren, wo es desinfiziert wird. Die Leiche eines an Bord verstorbenen Passagiers werde nicht in Teneriffa gelandet. Laut WHO gibt es sechs bestätigte und zwei Verdachtsfälle von Hantavirus; drei der infizierten Personen sind bereits gestorben.
Hantaviren werden normalerweise durch Nagetiere übertragen, doch beim Andes-Typ, wie er hier vorliegt, ist eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung möglich. Die verbliebenen Passagiere der Hondius sind symptomfrei.