Der ehemalige Fifa-Präsident Sepp Blatter hat Gianni Infantino, den aktuellen Präsidenten des Weltfußballverbands, und die Organisation selbst erneut heftig kritisiert. «Der momentane Präsident verbringt seine Zeit damit, mit Staatsoberhäuptern zu sprechen, reist weltweit mit Privatjets und hat vergessen, dass das Wesentliche bei der Fifa das Spiel ist», äußerte Blatter in einem ZDF-Interview. Der 90-Jährige bezeichnete die Machtverteilung unter Infantino als problematisch: «Die Fifa agiert derzeit wie eine Diktatur. Was der Präsident sagt, wird umgesetzt und alles andere wird zum Verstummen gebracht.»
Blatter äußerte sich außerdem kritisch über die im Sommer stattfindende WM in den USA, Kanada und Mexiko, bei der erstmals 48 Mannschaften antreten. «Bei dieser Weltmeisterschaft spielt Nachhaltigkeit keine Rolle», sagte Blatter und fügte hinzu: «Wäre ich noch an der Spitze, wäre das anders gelaufen.»
Zehn Jahre zuvor war Gianni Infantino im Zuge von Korruptionsuntersuchungen Blatters Nachfolger als Präsident des Weltfußballverbands geworden. Auch Blatter selbst hatte während seiner Amtszeit von 1998 bis 2015 mit umstrittenen Entscheidungen und Korruptionsermittlungen zu kämpfen.