Nach einer Odyssee von vierzig Tagen ist das Kreuzfahrtschiff, welches von einem Hantavirus-Ausbruch betroffen war, am frühen Sonntagmorgen im Hafen Granadilla auf Teneriffa eingetroffen. Die Evakuierung der Passagiere aus 23 Ländern hat begonnen; sie sollen in ihre Heimatländer ausgeflogen werden. Dies markiert das Ende einer langen Reise, die am 1. April in Ushuaia, Argentinien, begann und knapp 150 Menschen umfasste.
Nach Ankunft im Hafen untersuchten Ärzte das Schiff und bestätigten, dass keine akuten Krankheitsfälle an Bord waren, was den Beginn der schrittweisen Evakuierung ermöglichte. Vor der Ankunft des Schiffs hatten sich auf Teneriffa erhebliche Bedenken gegenüber einem möglichen Gesundheitsrisiko gezeigt, was Erinnerungen an die Corona-Pandemie weckte. Fernando Clavijo, Regierungschef der Kanareninseln, äußerte seine Entspannung erst mit dem Abzug aller Passagiere und der Weiterfahrt der Hondius in Richtung Niederlande.
Der WHO-Direktor versicherte indes, dass das Hantavirus nicht mit Corona vergleichbar sei. Tedros Adhanom Ghebreyesus betonte: «Das ist kein neues Covid» und beruhigte die Teneriffaer Bevölkerung bezüglich der Gefahr einer Ansteckung.
Die Evakuierung begann mit 14 Spaniern, die in Schutzkleidung aus dem Schiff gebracht wurden. Sie traten an Land Busse der Militärischen Nothilfeeinheit UME und wurden zum nahegelegenen Flughafen Tenerife Sur gebracht, um später nach Madrid zu fliegen, wo eine Quarantäne im Militärkrankenhaus erfolgt. Später werden auch Passagiere aus Deutschland, Belgien und Griechenland sowie ein Teil der Besatzung in die Niederlande verlegt.
Nach Abschluss der Evakuierung soll das Schiff mit einer reduzierten Crew seine Fahrt nach Holland fortsetzen, wo eine Desinfektion stattfinden wird. Die Leiche eines an Bord Verstorbenen bleibt an Bord und wird nicht auf Teneriffa ausgeschifft. Laut WHO gibt es sechs bestätigte Hantavirus-Fälle und zwei Verdachtsfälle; drei der acht Betroffenen sind gestorben, darunter ein niederländisches Ehepaar und eine deutsche Frau.
Obwohl Hantaviren normalerweise durch Nagetiere übertragen werden, ist beim Andes-Typ auch eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung möglich. Alle Passagiere und Besatzungsmitglieder sollen nach wie vor ohne Krankheitssymptome sein.