Das Kreuzfahrtschiff «Hondius», das von einem Hantavirus-Ausbruch betroffen ist, erreichte am Sonntagmorgen den Hafen Granadilla auf Teneriffa. Während des ersten Evakuierungstages wurden 94 Passagiere und Crewmitglieder ausgeflogen, darunter Personen aus 19 verschiedenen Ländern, die in acht speziellen Flügen abreisten, so die spanische Gesundheitsministerin Mónica García. Weitere Evakuierungen sind für Montagnachmittag geplant: eine Maschine aus den Niederlanden und ein Flugzeug aus Australien sollen 18 beziehungsweise sechs weitere Personen befördern.
Ärzte an Bord hatten sich nach der Ankunft umgehend überprüft, dass keine akuten Krankheitssymptome vorliegen, bevor die Evakuierung begann. Die Ankunft des Schiffes hatte auf Teneriffa erhebliche Besorgnis ausgelöst, wobei viele Einwohner an die Corona-Pandemie erinnert fühlten. Der kanarische Regierungschef Fernando Clavijo äußerte seine Sorgen und betonte, dass erst Entspannung eintreten werde, wenn alle Passagiere abgereist seien und das Schiff seine Reise nach Holland fortsetze.
WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus versicherte der Bevölkerung, dass das Hantavirus nicht mit dem Coronavirus vergleichbar sei. Er betonte: «Das ist kein neues Covid.» Zudem gab er Entwarnung bezüglich Kontaktrisiken.
Ein Schweizer Crewmitglied wurde nach einem Verdacht auf Hantaviren in Quarantäne genommen, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mitteilte. Die Quarantäne soll sechs Wochen dauern. Der betroffene Mitarbeiter zeige keine Symptome und sei guter Dinge.
Aufgrund eines Verdachtsfalles auf Tristan da Cunha im Südatlantik, einem entlegenen britischen Überseegebiet mit 221 Einwohnern, wurden von der britischen Regierung Fallschirmjäger und Militärmediziner entsandt. Diese brachten medizinisches Material per Fallschirmsprung auf die Insel.
Die britische Gesundheitsbehörde UKHSA berichtete über einen Verdachtsfall eines auf Teneriffa lebenden Passagiers, der von Bord gegangen war. Das US-Gesundheitsministerium bestätigte den positiven Test eines amerikanischen Evakuierten, der symptomfrei ist.
Nach Abschluss der Ausschiffung soll die «Hondius» mit einer verbleibenden Crew nach Holland zurückkehren, wo sie desinfiziert wird. Die Leiche einer an Bord verstorbenen Person bleibt an Bord.
Die WHO bestätigte ursprünglich sechs Fälle und zwei Verdachtsfälle; aktuell sind es sieben bestätigte Infektionen. Drei Todesfälle wurden registriert: ein niederländisches Ehepaar und eine deutsche Frau. Die Übertragung des Andes-Typs von Mensch zu Mensch wurde in Einzelfällen dokumentiert. Alle Passagiere und Besatzungsmitglieder zeigen keine Symptome, wie Ministerin García bestätigte.