Im Aargau wurden am sogenannten Sicherheitsveranstaltungstag Informationen über Polizei, Samariterdienst, Feuerwehr und den Zivilschutz vermittelt. Ziel des halbtägigen Programms ist es, Interesse für eine freiwillige Mitarbeit im Bevölkerungsschutz zu wecken – vor allem in der zivilen Schutzabteilung, die mit Personalproblemen kämpft. Veranstaltet werden diese Termine an verschiedenen Orten durch regionale Sicherheitskommandos.
Eine Rekrutierung während dieser Anlässe ist nicht vorgesehen. Der Aargau war als erster Kanton derjenige, der diesen obligatorischen Informationstag einführte; das Berner Parlament hat ebenfalls beschlossen, ein ähnliches Modell umzusetzen.
Für einen in Aarau wohnhaften Mann aus dem Kosovo hatte das Ausbleiben Konsequenzen: Er wurde mit einer Busse von 300 Franken und zusätzlichen Verfahrenskosten von 400 Franken belegt. Laut Berichten vom März erreichen die Veranstaltungen ihr Ziel nicht. Im Jahr 2024 nahmen 2466 Personen an rund 60 Events teil, wie im Parlamentsvorstoss erwähnt; nur eine Person meldete sich für den Zivilschutz.
Der Zivilschutz ist verantwortlich für Schutzmaßnahmen der Bevölkerung in Katastrophen- und Notlagen. Personen sind zivildiensttauglich, wenn sie für den Militärdienst untauglich, aber zum Schutzdienst geeignet sind. Der Zivildienst dient als Ersatz für jene mit Gewissensbedenken gegenüber dem Militär und dauert länger.
Ein regionales Sicherheitskommando hat eine Person mit einem 20-Prozent-Pensum eingestellt, um die Veranstaltungen zu organisieren. Die Kosten werden in Baden als nicht gerechtfertigt im Vergleich zum Nutzen beschrieben.
In den Jahren 2024 und 2025 wurden laut Anfragen beim zuständigen Departement Probleme bei der Vollstreckung von Bussen für Fehlzeiten vermerkt. Die A-Post-Einladungen und Bekanntmachungen im Amtsblatt reichten oft nicht aus, um Personen zu bestrafen.
Der Kanton hat Verbesserungen vorgenommen: Präsenzkontrollen werden fortgesetzt, mit Visumvergabe, und die Zweitaufforderung erfolgt nun per Einschreiben. Neun von zwölf Zivilschutzkommandos empfehlen eine rasche Beendigung der Sicherheitsveranstaltungen; jedoch scheint dies beim Kanton auf taube Ohren zu stoßen.
Der obligatorische Infotag läuft bis 2028 als Testphase weiter. Strafbefehle haben teilweise Erfolg, da einige Organisationen eine Zunahme von Anmeldungen unter Androhung von Sanktionen verzeichnen können.