Der Prozess vor dem Wirtschaftsgericht des Saanebezirks in Freiburg gegen Pascal Jaussi zieht sich hin. Zu Beginn der Verhandlungen forderte die Verteidigung, dass der zuständige Staatsanwalt wegen Befangenheit abtreten solle, was vom Gericht jedoch am Montagmorgen zurückgewiesen wurde. Pascal Jaussi steht vor schweren Anschuldigungen wie Betrug, ungetreue Geschäftsführung, Brandstiftung und Irreführung der Justiz. Im Mittelpunkt des Verfahrens stehen sowohl sein persönliches Schicksal als auch die finanziellen Missstände seiner insolventen Firma.
Die Pleite der Firma: Anfangs galt Jaussi in der Schweizer Raumfahrtbranche als eine Art «Schweizer Elon Musk». Mit Swiss Space Systems hatte er 2013 den Traum verkündet, von Payerne aus Satelliten zu starten und Zero-Gravity-Flüge für Privatkunden anzubieten. Diese Flüge sollten bei Preisen ab 1000 Franken Schwerelosigkeit ermöglichen. Obwohl Tickets verkauft wurden, fanden die geplanten Flüge nie statt. Nach Konkurs der Firma Ende 2016 blieben Gläubiger mit rund 30 Millionen Franken im Minus zurück; Passagiere hielten nur wertlose Tickets.
Der Vorfall im Wald: Im Sommer 2016, kurz vor dem Konkurs, wurde Jaussi schwer verletzt in einem brennenden Auto im Kanton Freiburg aufgefunden. Er gab an, von Angreifern mit Benzin übergossen und angezündet worden zu sein. Die Staatsanwaltschaft zweifelt diese Darstellung jedoch an und behauptet, der Unternehmer habe den Überfall nur inszeniert, um das Konkursverfahren verzögert und die Justiz getäuscht zu haben.
Stellungnahme des Angeklagten: Jaussi bestreitet entschieden alle Anschuldigungen. Vor Gericht erklärte er emotional unter Tränen, Opfer eines Überfalls geworden zu sein. Er kritisierte die von der Kantonspolizei Freiburg durchgeführte Brandrekonstruktion als unvollständig und bestritt damit die Möglichkeit einer Inszenierung seines Verletzungszustands. In Bezug auf seine Geschäftsführung betonte er sachlich, dass er verschiedene Projekte verknüpft habe, um ein stabiles Unternehmen zu schaffen, und wies darauf hin, dass er Unterstützung von Investoren, Banken und Versicherungen erhalten habe.
Nächste Schritte: Das Gericht plant mindestens fünf weitere Verhandlungstage. Ein Urteil wird nicht vor Ende Juni erwartet.