Mit der erfolgreichen Artemis-2-Mission hat die NASA neues Interesse am Mond geweckt. Der Fokus liegt nun auf einer permanenten menschlichen Anwesenheit dort, statt nur auf nationaler Symbolik durch Flaggen. Bis 2028 soll eine Nasa-Mission Astronauten zum Mond bringen, und ab 2032 ist der Bau einer dauerhaften Basis geplant. China strebt ebenfalls mit seinen “Taikonauten” und Kooperationspartnern wie Russland eine Mondbasis bis 2035 an.
Die Reise zum Mond erfolgt durch zwei Raumfahrzeuge: Eine Kapsel transportiert die Astronauten in den Mondorbit, von wo aus sie zur Oberfläche mit einer Landefähre weiterreisen. Die Rückkehr zur Erde wird ebenfalls über diese Stationierung organisiert. Obwohl der Zeitplan bis Ende 2028 ambitioniert ist, stehen Herausforderungen bevor: SpaceX und Blue Origin arbeiten hinter den vorgesehenen Zeiten an ihrer Landefähre.
Die Nasa plant bis 2029 etwa 25 Mondmissionen mit rund 21 Landungen. Bis 2032 sollen dort die Infrastruktur für eine Basis einschließlich Kernreaktor entstehen, um langfristig zu einer “halbpermanenten” Präsenz überzugehen.
Interessante Standorte sind vor allem am Mondsüdpol aufgrund potenzieller Wasservorkommen in den dortigen dunklen und kalten Einschlagkratern. Allerdings ist das Terrain herausfordernd, da viele Landeversuche fehlschlugen. Robotermissionen sollen geeignete Flächen erkunden.
Schutz vor Sonnenstrahlung und Mikrometeoriten stellt eine weitere Herausforderung dar. Schutzwände aus wasserstoffreichen Kunststoffen oder Mondstaub könnten helfen, ebenso wie die Nutzung von Lavaröhren als natürliche Schutzräume.
Auch “Mondbeben” durch Erdanziehungskraft und Meteoriteneinschläge könnten eine Gefahr darstellen. Eine Basis müsste mehrere miteinander verbundene Räume umfassen, um das Risiko zu minimieren. Die Versorgung mit Wasser, Sauerstoff und Nahrungsmitteln wird anfangs von der Erde abhängig sein, bis eine autarke Nutzung von Mondressourcen möglich ist.
Für die Stromversorgung könnten Solaranlagen auf den immer sonnenbeschienenen Gipfeln der Krater genutzt werden. Ein kleiner Kernreaktor soll zudem im Jahr 2030 eintreffen und Energie liefern. Die Herausforderungen durch Mondstaub, der zu Gesundheitsproblemen führen kann, erfordern neue Raumanzug-Designs.
Die internationale Konkurrenz bei der Mondbesiedlung wirft Fragen nach der Kooperation auf; es wird angenommen, dass zukünftige Diskussionen auch sprachliche Barrieren überbrücken müssen. Trotz vieler Hürden ist die Vision einer erfolgreichen und blühenden Mondkolonie realistisch.
Wissenschaftler wie Clive Neal und Caitlin Ahrens sind optimistisch, wenn auch vorsichtig, dass diese Ambitionen Realität werden.