Dr. Ursina Donatsch, Paartherapeutin und Autorin, sowie lic. phil. Franz Eidenbenz, Psychotherapeut, diskutieren in einem Experteninterview die Frage, ab wann der Konsum von Pornografie problematisch wird. Donatsch erklärt, dass risikoreicher Konsum dann einsetzt, wenn trotz negativer Auswirkungen weiter konsumiert wird und man das Gefühl verliert, selbstbestimmt zu handeln. Sie betont, dass es auch einen unproblematischen Pornokonsum gibt, insbesondere wenn man eine genussvolle Sexualität ohne Pornografie praktizieren kann.
Ein Fragesteller beschreibt seine langjährige Abhängigkeit von Pornos und fragt nach Lösungen. Donatsch empfiehlt professionelle Hilfe, um eine gesunde, unabhängige Solosexualität zu entwickeln. Ein anderer Nutzer berichtet über eine abnehmende sexuelle Befriedigung trotz häufigem Konsum und fragt sich, ob dies typisch für eine Sucht ist. Donatsch rät dazu, die Sexualpraxis ohne Pornos zu erweitern.
Ein Teilnehmer schildert Probleme mit der Erektion und fragt nach einem Zusammenhang zum Porno-Konsum. Eidenbenz rät, den Konsum zu reduzieren, um die Beziehung zu verbessern. Ein weiterer Diskussionspunkt betrifft die rechtlichen Aspekte von Pornografie, wobei Donatsch ein Verbot ablehnt und stattdessen für einen gesunden Umgang plädiert.
Die Frage nach einem Zusammenhang zwischen Vorhautbeschneidung und Pornokonsum wird ebenfalls thematisiert. Patrick Kollöffel von der Berner Gesundheit erwähnt, dass wissenschaftlich kein kausaler Zusammenhang bekannt ist. Ein Experte rät zu einer Reduktion des Konsums statt einem kompletten Verzicht.
Ein Nutzer fragt nach den Auswirkungen regelmäßiger Selbstbefriedigung mit Pornos auf die Beziehung. Kollöffel bestätigt, dass dies in Ordnung sei, solange es keine negativen Folgen für das Paarleben hat. Ein weiterer Teilnehmer schildert einen Rückgang der sexuellen Lust seiner Partnerin und sucht nach Lösungen.
Schließlich äußert sich Eidenbenz zu den emotionalen Auswirkungen des Pornokonsums auf Beziehungen, insbesondere wenn Kinder involviert sind. Er rät, das Thema offen anzusprechen und gemeinsame sexuelle Aktivitäten zu fördern.