Trotz der hohen Verletzungsgefahr des umstrittenen Gummischtros bleibt die Luzerner Regierung gegenüber Transparenzforderungen verschlossen, während Zürich bereits seit 2025 entsprechende Daten veröffentlicht. Grüne-Kantonsrätin Rahel Estermann hatte einen Vorstoss eingebracht, der eine transparente Erfassung und Auswertung von Gummischroteinsätzen verlangt, um die Situation besser verstehen zu können und weniger gefährliche Alternativen zu diskutieren. “Die Staatsmacht muss für den Einsatz gefährlicher Waffen auch Verantwortung übernehmen, indem sie transparent und verhältnismässig handelt”, erklärte Estermann gegenüber zentralplus.
Nach einem Zwischenfall vor drei Jahren, bei dem ein Fan während eines Polizeieinsatzes am Auge verletzt wurde, wies die Regierung auf den letzten dokumentierten Einsatz von Gummischrot am 17. August 2023 hin. Dabei hatten sich polizeiliche Schüsse gegen schottische Fans gerichtet, als diese eine versperrte Route zur Allmend in der Nähe des FCL-Stadions nutzten.
Die Regierung betonte die Bedeutung von Verhältnismässigkeit und Sicherheit. Jeder Gummischroteinsatz wird dokumentiert, aber öffentlich bleiben diese Daten aus datenschutzrechtlichen Gründen und Sorgen um die Taktik der Polizei gegenüber gewaltbereiten Gruppen verheimlicht.
Im Gegensatz dazu erfasst die Stadt Zürich seit September 2025 Gummischrot-Einsätze systematisch. Zwischen 2013 und 2024 wurden dort bei Spielen oder Demonstrationen meist zwischen drei und vierzehn Einsätze gezählt. Trotz dieser Transparenz in Zürich lehnt Luzern eine ähnliche Praxis ab, da die Umstände in beiden Regionen als zu unterschiedlich betrachtet werden.
Neben der Diskussion um Gummischrot wurde im Kantonsrat ein Gegenvorschlag zur Mitte-Partei-Initiative zur Fangewalt verabschiedet. Die Initiative fordert unter anderem personalisierte Tickets und Identitätskontrollen, während der Gegenvorschlag bestehende Maßnahmen gesetzlich festigen will.
Im September wird die Bevölkerung voraussichtlich über beide Vorlagen abstimmen.