Evelin Tomar, eine ehemalige aufstrebende Zürcher Polizistin, verliert nicht nur ihren Job, sondern sieht sich nun auch strafrechtlichen Konsequenzen gegenüber. Nach ihrer Ausbildung und einem Wechsel zur Stadtpolizei Zürich geriet sie in Schwierigkeiten, als sie heikle Daten aus polizeilichen Systemen entwendete. Dies geschah über einen Zeitraum von zwei Jahren, wobei ihr Verhalten durch private Gefühle beeinflusst wurde.
Der Vorfall begann Mitte Mai 2022, als Tomar aus der Nacht heraus das Auto eines Mannes aus ihrem Umfeld in einer Parkgarage lokalisierte und die entsprechenden Informationen über Whatsapp an eine Kollegin weitergab. Die genauen Beweggründe für ihr Handeln sind nicht bekannt, doch es folgten weitere unberechtigte Abfragen.
Die Polizistin nutzte das polizeiliche Informationssystem Polis, um Daten sowohl für sich als auch für Bekannte abzurufen. Ein besonders brisanter Fall war die Übermittlung von Informationen an einen 35-jährigen Schweizer mit Verbindungen in kriminelle Kreise. Dieser wurde später wegen schwerwiegender Delikte verurteilt, darunter Handel mit Drogen und Vergewaltigung.
Tomar gab dem Mann mehrmals Zugang zu Daten aus Polis, was besonders problematisch war, da das System sensible Informationen speichert. Geldflüsse im Rahmen dieser Aktivitäten wurden jedoch nicht festgestellt, anders als in einem vergleichbaren Fall beim Bundesamt für Polizei.
Die unautorisierten Abfragen fielen intern auf und führten zu ihrer Verhaftung im Frühjahr 2025. Obwohl Untersuchungshaft abgelehnt wurde, endete ihre Karriere bei der Stadtpolizei abrupt. Die Staatsanwaltschaft verurteilte sie wegen mehrfacher Verletzung des Amtsgeheimnisses und verhängte eine bedingte Geldstrafe von 150 Tagessätzen à 100 Franken, zuzüglich Bussen und Kosten.
Ihr damaliger Schwarm erhielt ebenfalls eine bedingte Geldstrafe als Zusatz zu seiner unbedingten Haftstrafe. Heute ist Tomar selbständig tätig und kann nicht mehr in ihrem früheren Beruf arbeiten.