Frankreich hat in den letzten Jahren an Einfluss in Afrika verloren. Ein Gipfel mit über 30 Staatschefs in Kenia soll dies ändern. Macron spielt präzise Pässe zu den Präsidenten von Kenia und Senegal, während er strahlt. Diese symbolische Fussballpartie zeigt Macrons Bestreben, Frankreich als gleichwertigen Partner auf Augenhöhe mit Afrika darzustellen.
Der Schauplatz ist ein Fussballfeld der Universität Nairobi am Rande des Gipfels, zu dem mehr als 30 Staatschefs angereist sind. Der Gipfel, moderiert von Macron und William Ruto, konzentrierte sich auf Investitionen, Industrialisierung, Frieden und Klimawandel.
Frankreich hat in jüngster Zeit an Boden verloren, insbesondere im westafrikanischen Raum. Viele dieser ehemaligen französischen Kolonien haben Frankreich den Rücken gekehrt und Diplomaten ausgewiesen. Der Gipfel in Kenia markiert daher einen wichtigen Wendepunkt für Frankreich.
Frankreich versucht nun, neue Beziehungen zu anglophonen Ländern wie Kenia aufzubauen, die offenbar weniger Vorbehalte gegenüber Frankreich haben als ehemalige französische Kolonien. Die Veranstaltung zog Tausende von Teilnehmern an, darunter Spitzenvertreter großer Unternehmen.
Macron engagierte sich intensiv: Er kochte mit einem kenianischen Influencer, lief mit Marathonläufer Eliud Kipchoge und verteilte Lächeln und Umarmungen. Seine Reden legten den Fokus auf Partnerschaft und vermeiden jegliche neokolonialistische Töne.
Macron betonte: “Afrika ist der dynamischste Kontinent mit dem größten Wirtschaftswachstum. Wir müssen uns anpassen.” Er hob 23 Milliarden Euro an Investitionen hervor, die in Nairobi versprochen wurden – ein Zeichen für gemeinsame Anstrengungen.
Historisch war Frankreichs Verhältnis zu Afrika von Kontrolle und Einfluss geprägt. Der Begriff “Françafrique” beschrieb diese enge Verflechtung mit ehemaligen Kolonien, was oft als neokolonial wahrgenommen wurde.
Macron versucht, ein moderneres Frankreich darzustellen, indem er kulturelle Rückführungen und Reformen des CFA-Francs ankündigte. Dennoch geriet Frankreich in eine schwierige Lage, während einige westafrikanische Staaten in Krisen stürzten.
Der Gipfel in Nairobi symbolisiert einen Neuanfang mit dem Titel “Africa Forward” – ein Blick nach vorne statt zurück. Macron bemühte sich um Zurückhaltung, was zeigt, dass Frankreich unter vielen möglichen Partnern für afrikanische Länder ist, einschließlich China und anderen globalen Akteuren.
Dies spiegelt sich auch in den Straßen wider: Loice Khomo, eine Studentin, bemerkt, dass ihr es egal sei, ob Katar, Saudi-Arabien oder Frankreich Geld bringt. Frankreichs neokoloniale Wahrnehmung hat es austauschbar gemacht.