Geheime Verhandlungen zwischen den USA, Grönland und Dänemark haben zu Berichten über die Pläne der Amerikaner geführt, drei neue Militärstützpunkte im südlichen Grönland zu errichten. Dies folgt auf Spannungen, als Dänemark im Januar zusätzliche Truppen nach Grönland verlegte, um potenziellen amerikanischen Einmischungsversuchen entgegenzuwirken – ein direkter Bezug auf Drohungen von Präsident Donald Trump. Trotz der anfänglichen Spannungen führten die Gespräche schließlich zu einer Annäherung.
Nach Informationen der BBC, gestützt durch Vertrauenspersonen in den Verhandlungen, haben sich die Diskussionen zuletzt intensiviert. Sowohl das Weiße Haus als auch das dänische Außenministerium bestätigten Gespräche, ohne jedoch Details preiszugeben. Ein Sprecher der Trump-Regierung äußerte gegenüber BBC Optimismus bezüglich des Verhandlungsverlaufs.
Für Dänemark stellt sich die Frage nach den Vorzügen dieser Entwicklung. Obwohl ein Land als potenzielle Bedrohung eingestuft wird, ist es aufgrund eines Sicherheitsabkommens aus dem Jahr 1951 kaum in der Lage, eine Ablehnung durchzusetzen – dieses Abkommen erlaubt den USA weitreichende Befugnisse unter Anerkennung der dänischen Souveränität. Während des Kalten Krieges betrieben die Amerikaner mehrere Militärbasen in Grönland, von denen heute nur noch eine, die Pituffik Space Base, übrig ist.
Die „New York Times“ berichtete über Pläne zur Reaktivierung der Basen in Narsarsuaq und Kangerlussuaq. Die strategische Bedeutung dieser Standorte liegt in ihrer Nähe zur Giuk-Lücke im Nordatlantik, einem Schlüsselkorridor zwischen Grönland, Island und Großbritannien. Der General des US-Nordkommandos, Gregory Guillot, betonte die Notwendigkeit einer verstärkten Überwachung maritimer Aktivitäten Chinas und Russlands.
Dänemark hat bislang wenig zu den Plänen geäußert, was möglicherweise auf laufende Koalitionsverhandlungen nach den Wahlen zurückzuführen ist. Mette Frederiksen, die ehemalige Ministerpräsidentin und Verteidigerin grönländischer Interessen gegenüber Trump, scheiterte bei der Regierungsbildung.
Akademiker sind geteilter Meinung: Professor Marc Jacobsen sieht die Pläne als vorteilhaft an, während Rasmus Sinding Söndergaard vor Trumps Unberechenbarkeit warnt. Die Umsetzung könnte auf Widerstand stoßen, da geplant ist, die neuen Stützpunkte als US-Souveränitätsgebiete auszuweisen – eine umstrittene Regelung, die auch in anderen Abkommen Anwendung fand.