Der ehemalige Gemeindepräsident Jean-Claude Savoy von Chermignon VS entschied sich bei einer Anhörung in Sitten am Campus Energypolis gegen eine Aussage zur Katastrophe im Crans-Montana. Als Begründung führte sein Rechtsbeistand Bryan Pitteloud an, dass Savoy ohne Einsicht in die Akten nicht antworten könne.
Savoy erschien mit seinem Anwalt und erklärte zu Beginn der Sitzung vor den Vertreterinnen und Vertretern der Staatsanwaltschaft sowie zahlreichen Rechtsanwälten seine Haltung. Pitteloud äußerte, dass die Fragen aufgrund des fehlenden Zugangs zu den Akten unbeantwortet bleiben müssten. Er kündigte jedoch an, sich später aktiv in die Untersuchung einzubringen.
Der Beschuldigte selbst betonte gegenüber den Medien: «Es ist unmöglich, Fragen aus 130 Monaten Vergangenheit zu beantworten.» Er fügte hinzu, dass er bereits frühzeitig seine Kooperationsbereitschaft signalisiert habe und sich schon am 4. Januar der Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud zur Verfügung gestellt habe.
Savoy versprach: «Ich werde die Fragen beantworten, sobald ich Einsicht in die Akten erhalte. Ich übernehme meine politische Verantwortung, die hierfür offensichtlich ist.»
Während seiner Amtszeit als Präsident von Chermignon hatte Savoy 2015 eine Betriebsbewilligung für das Restaurant «Le Constellation» unterzeichnet. Die Umbauarbeiten durch den neuen Betreiber Jacques Moretti endeten in einer verheerenden Brandkatastrophe, bei der 41 Menschen starben und 115 verletzt wurden.
Nach Gründung von Crans-Montana als eigenständige Gemeinde per 1. Januar 2017 beendete Savoy seine politische Karriere.
Die Anhörung Savoys war die letzte für Mai geplante Befragung der Staatsanwaltschaft und erregte am Mittwoch nur geringes Medieninteresse. Sie folgte auf die Anhörungen des aktuellen Gemeinderats Patrick Clivaz sowie jene des stellvertretenden Leiters des Sicherheitsdienstes von Crans-Montana.