Im Rahmen eines Pilotversuchs bringen selbstfahrende Elektro-Vans von der Spedition bis an den Stadtrand Pakete. Für die letzte Meile werden dann E-Dreiräder mit Fahrern eingesetzt, um die Lieferung direkt zu den Empfängern durchzuführen. Diese Technologie wird in Bern getestet und könnte zukünftig das städtische Logistikproblem lösen.
Der elektrische Van startet seine Reise auf dem Firmengelände des Spediteurs Planzer, navigiert vorsichtig die Hauptstraße entlang und setzt sich dann mit einer Geschwindigkeit von 45 km/h fort. Die Fahrt wird durch Kameras und Lidar-Systeme am umgebauten Elektro-VW ID.Buzz überwacht, trotz eingeschränkter Sicht aufgrund der hohen Zäune.
Bisher hat das Team des Technologiepartners Loxo keinen Zwischenfall bei den automatisierten Fahrten verzeichnet. Dies ermöglichte die Bewilligung für die nächste Phase ohne Sicherheitsfahrer hinter dem Steuer durch das Bundesamt für Strassen (Astra). Die Lieferwagen navigieren selbstständig, auch wenn Hindernisse wie Baustellen oder temporäre Fahrspuren auftreten.
Für eine sichere Fahrt sind acht Lidar-Sensoren, sechs Kameras und zwei Radargeräte installiert. Bei komplexen Situationen auf der Straße unterstützt die Überwachungszentrale das Fahrzeug mit Anweisungen.
Das Ziel ist es, den Wagen bis Ende des Jahres in allen Wetterbedingungen autonom fahren zu lassen. Derzeit darf der Fahrersitz nur bei trockener Fahrbahn leer bleiben, da Astra Bedenken bezüglich Reflexionen hat. Loxo arbeitet kontinuierlich daran, diese Herausforderung zu meistern.
Nach Erreichen des Umladepunkts wird das System getestet: Der Van bringt Pakete an den Rand der Stadt, wo E-Dreiräder sie zur letzten Meile weitertransportieren. Diese Methode optimiert die Lieferkette und reduziert Fahrzeiten im Zentrum.
Die Planzer AG, mit über 90 Jahren Erfahrung, setzt auf diese Technologie, um Europa voranzubringen. Björn Lindner von Planzer betont die Bedeutung der Integration in ein urbanes Logistiksystem und plant, ähnliche Projekte auch in Zürich zu starten.
Parallel führt Loxo in Deutschland ein weiteres Pilotprojekt durch. Trotz früherer Enttäuschungen mit einem amerikanischen Partner bleibt Planzer offen für Kooperationen. Die langfristige Vision ist, bis 2027 eine deutsche Typengenehmigung zu erhalten, die auch Personentransporte ermöglicht.
Planzer investiert erheblich in diese Innovation und arbeitet mit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) zusammen, um die Effizienz weiter zu steigern. Lindner beschreibt das Ziel: modulare Systeme, bei denen Paketstationen und Micro-Hubs parallel operieren, um eine optimierte städtische Logistik zu schaffen.