In vier Wochen beginnt das Eröffnungsspiel der Fussball-Weltmeisterschaft. Auf dem Markt für WM-Tickets versuchen Spekulanten und die FIFA, hohe Gewinne zu erzielen. Viele Tickets sind noch erhältlich.
Donald Trump, als US-Präsident nicht an den üblichen Ticketpreisen interessiert, äußerte sich kritisch über die hohen Kosten für das Eröffnungsspiel der USA gegen Paraguay, für das die FIFA 1000 Dollar verlangte. In einem Interview gestand er, dass er diese Preise ebenfalls nicht bezahlen würde.
Obwohl Trump und Gianni Infantino, Präsident der FIFA, sich oft als Freunde bezeichnen, führten Trumps Aussagen zu keinem Gefallen. Seit Monaten muss sich Infantino in Europa für die hohen Ticketpreise rechtfertigen, wobei er den Marktgesetzen das Wort redet und Vergleiche zum US-College-Sport anstellt.
Auch innerhalb der USA mehren sich kritische Stimmen gegenüber der FIFA. Kongressmitglieder haben Infantino Briefe geschickt und sich über die intransparenten Preise und hohen Wiederverkaufsgebühren beschwert. In Kalifornien ermittelt sogar der Generalstaatsanwalt wegen irreführender Praktiken.
Bis zum Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und Südafrika bleiben noch vier Wochen. Fragen nach dem Ticketverkauf sind jedoch schwer zu beantworten, da die FIFA nur summarische Informationen bereitstellt: Über 5 der über 6 Millionen Tickets wurden laut einer Mitteilung vom 21. April verkauft.
Die FIFA hat mit dynamischen Preisen und einem eigenen Wiederverkaufsportal neue Wege beschritten, was zu Preissprüngen führte. Diese Praktiken erschweren es Beobachtern, den Überblick zu behalten. Die FIFA begründet die hohen Gebühren auf ihrer Plattform mit der Rückführung des Geldes in den Fußballsport.
Im Internet zeigt sich das Ergebnis dieser Politik: Auf der FIFA-Plattform und anderen Seiten werden Tausende Tickets zu unterschiedlichen Preisen angeboten. Beim Spiel Schweiz gegen Katar in San Francisco variieren die Ticketpreise beispielsweise zwischen 337 und 6900 Dollar.
Auf dem Online-Forum Reddit beraten sich Nutzer über Kaufstrategien, während sie die Fifa-Kritik teilen. Trotz der hohen Nachfrage bei der Veröffentlichung der Tickets im Winter deutet das große Angebot auf dem Zweitmarkt darauf hin, dass viele Anfragen von Spekulanten kamen.
Sportökonom Christoph Breuer sieht in den KI-Bots eine wesentliche Rolle bei der Ticketverteilung. Diese wurden nicht von normalen Fans genutzt, sondern von denen, die auf steigende Preise hofften. Auch für das Spiel zwischen Katar und der Schweiz sind viele Tickets noch verfügbar.
Analysen zeigen, dass die Preise im letzten Monat für ein Drittel der Spiele um mehr als 20 Prozent gesunken sind. Daher könnte es ratsam sein, mit dem Kauf von WM-Tickets zu warten.