Das Kultur- und Kongresszentrum in Luzern, das KKL, gilt international als Wahrzeichen. Doch eine neue Studie offenbart: Viele Einwohner erleben es nicht als Ort für spontane Besuche. Diese Erkenntnis könnte einen Wandel einleiten.
Die eindrucksvolle Architektur des KKL fasziniert auf dem Europaplatz, wo das Dach weit in den Himmel ragt und sich vor der Kulisse von See und Bergen präsentiert. Es bietet internationale Erlebnisse für Konzertgäste, Kongressteilnehmer und Einladungsgäste.
Die Willkommenskultur des KKL funktioniert bei diesen Gästen gut. Doch wie steht es mit den übrigen Besuchern? Eine Studie mit über 1000 Teilnehmenden aus Luzern gibt Aufschluss darüber, wie sich das Haus weiterentwickeln könnte und was es von anderen Einrichtungen unterscheidet.
An einem sonnigen Frühlingstag sind Gäste auf der Terrasse zu sehen. Der Zugang ist jedoch nicht für jedermann einfach. Das KKL erscheint als exklusiver Ort, vor allem ohne Ticket oder spezielle Einladung. Die Studie zeigt, dass viele Luzerner das KKL zwar stolz vertreten, aber es nicht unbedingt spontan besuchen.
Das KKL steht finanziell gut da und erzielte im letzten Jahr einen Gewinn von 1,7 Millionen Franken. Trotzdem richtet sich die Sorge derzeit mehr auf das Luzerner Theater, das unter stärkerem Druck steht. Die Studie wurde von der Hochschule Luzern in Auftrag gegeben und liefert keine internen Einblicke ins KKL.
Roger Gort, Präsident der Stiftung Konzerthaus Luzern, betont: “Das KKL feiert Erfolge, doch es ist wichtig, frühzeitig zu planen. Wir wollen proaktiv agieren, bevor die Frage nach der Zukunft laut wird.”
87 Prozent der Befragten sehen im KKL ein Wahrzeichen und sind stolz darauf. Dennoch fühlen sich nur 56 Prozent mit ihm verbunden, besonders unter den Jüngeren (38 % bei den 18- bis 34-Jährigen). Besonders ausgeprägt ist diese Distanz bei Personen ohne Besuch in den letzten zwölf Monaten.
Anna Geiger von der Stiftung Konzerthaus Luzern merkt an, dass eine öffentliche Einrichtung wie das KKL ihren Auftrag nicht nur erfüllen, sondern auch erklären muss. Die Studie zeigt deutlich den Wunsch nach mehr Zugänglichkeit: 90 Prozent wünschen sich ein vielfältigeres Programm und 83 Prozent mehr Veranstaltungen für alle.
Die Studie empfiehlt eine stärkere Fokussierung auf die Hausidentität. Ein vergleichbares Vorbild ist die Elbphilharmonie in Hamburg, die als Konzertsaal und zugänglicher Ort funktioniert. Die Bevölkerung sieht im KKL vor allem das Lucerne Festival und die klassische Musik.
Um mehr Menschen anzusprechen, könnte der Europaplatz stärker als Brücke zum Haus genutzt werden. Andere Einrichtungen wie das Luzerner Theater zeigen auf, wie Teilhabe aussehen kann. Stolz allein reicht nicht; das KKL muss die Balance zwischen Exzellenz und Zugänglichkeit finden.
Verwendete Quellen:
– Pressekonferenz zur Studie “KKL 2040+” an der HSLU
– Studie “KKL 2040+”
– Medienarchiv von zentralplus