Kurz nach Donald Trump reist Wladimir Putin zu Gesprächen mit Chinas Parteichef Xi Jinping. Trotz der anhaltenden Kriegssituation in der Ukraine will der russische Präsident sein Land als gleichberechtigte Großmacht neben China präsentieren. Der Konflikt im Nahen Osten hat Chinas Begehrlichkeit nach russischen Rohstoffen verstärkt, da die Versorgung aus dieser Region zurückgegangen ist.
In Peking empfängt Xi Jinping Staatsgäste wie Trump und Putin, um seine Rolle als zentraler Akteur in der globalen Politik zu festigen. Die Beziehung zwischen Russland und China wird durch Projekte wie die Pipeline “Power of Siberia 2” weiter gestärkt, welche Gas aus Sibirien nach China leiten soll. Diese Zusammenarbeit ist für Moskau von entscheidender Bedeutung, da viele westliche Unternehmen sich aus Russland zurückgezogen haben.
Die russische Wirtschaft steht derzeit unter Druck: Trotz temporärer Lockerungen amerikanischer Öl-Sanktionen und einem unerwarteten Finanzsegen leidet das Land unter wirtschaftlichem Rückgang. Die Ukraine-Krise beeinträchtigt zunehmend den Alltag in Russland, mit Drohnenangriffen auf die Hauptstadtregion und weitreichenden Sicherheitsmaßnahmen während des diesjährigen Gedenktages zum Ende des Zweiten Weltkriegs.
Zusätzlich kämpft die russische Wirtschaft mit steigenden Steuern zur Finanzierung des Krieges, verschärften Sanktionen aus Europa und den USA sowie einem hohen Leitzins. Das Wirtschaftswachstum wird pessimistisch für das Jahr 2026 eingeschätzt.
Der Besuch in Peking könnte Putins Position stärken, da er lukrative Energieabkommen anstrebt. Experten wie Tatiana Mitrova sehen eine Intensivierung der energiepolitischen Verbindungen voraus. Trotz bestehender Infrastrukturbegrenzungen könnten neue Pipelines und Seetransporte russisches Gas nach China bringen.
Derzeit ist unklar, inwiefern ukrainische Drohnenangriffe Russlands Erdölexporte beeinträchtigen. Trotz Betriebsstörungen stiegen die Erlöse dank höherer Ölpreise. Berichte deuten darauf hin, dass bis zu 40 Prozent der Exportkapazität zeitweise betroffen waren, obwohl diese Störungen von kurzer Dauer blieben.
Die Pipeline “Power of Siberia 2” könnte in Zukunft eine zusätzliche Gasversorgung nach China ermöglichen. Der Baubeginn ist jedoch aufgrund der hohen Kosten und ungelöster Preisverhandlungen noch nicht absehbar. Dennoch bleibt die russisch-chinesische Allianz, insbesondere im Kontext ihrer Opposition zum Westen, stärker denn je.