Derek W. Black, ein renommierter Bildungsexperte aus den USA, warnt auch die Schweiz vor den Folgen einer Kollaps des amerikanischen Schulsystems. Die öffentlichen Schulen in den USA stehen unter Druck durch kulturelle Konflikte und Sparzwänge, was sich negativ auf ihre Qualität auswirkt. Eine kürzlich veröffentlichte Studie der Unicef zeigt, dass die Vereinigten Staaten bei der Grundbildung schlecht abschneiden. Die Zahl der Kinder, die zu Privatschulen oder im häuslichen Umfeld unterrichtet werden, steigt.
Derek W. Black hebt hervor, dass Präsident Donald Trump einzigartig in seiner Feindseligkeit gegenüber dem öffentlichen Bildungssystem ist. Anders als frühere Republikaner, die Reformen vorschlugen, zielt Trump darauf ab, das System zu untergraben. Durch Programme wie “School Choice” versucht er, finanzielle Mittel von öffentlichen Schulen in Privatschulen umzuleiten.
Trump nutzt Bildung als Schauplatz für kulturelle Kämpfe und stellt öffentliche Schulen als Brutstätten des Sozialismus dar. Dieser politische Druck wird von den Bürgern nicht unterstützt, da die meisten Amerikaner die öffentlichen Schulen schätzen.
Die Republikaner setzen sich für die Demontage der öffentlichen Bildung ein, weil sie finanzielle Unterstützung von Milliardären erhalten. Diese Superreichen sind an Steuersenkungen und einer Reduzierung staatlicher Einflüsse interessiert. Während der Rezession 2008 litt das Schulsystem unter massiven Budgetkürzungen.
Die Obama-Administration trug ebenfalls zur Misere bei, indem sie sich auf unnütze Statistiken konzentrierte statt die Arbeitsbedingungen für Lehrer zu verbessern. Heute nutzen auch Demokraten Bildung für ihre politischen Zwecke. Früher war das Schulwesen ein gemeinsames Projekt beider Parteien.
Der Mythos des amerikanischen High-School- und College-Lebens, geprägt durch sportliche Helden und kulturelle Aktivitäten, hat sich gewandelt. Eltern sind heute ängstlicher und kontrollieren ihre Kinder stärker.
Um die Misere zu beheben, schlägt Black vor, Schulen nicht wie Unternehmen zu behandeln. Lehrer sollten besser bezahlt und mehr Freiheiten erhalten. Es gilt, motivierte Lehrkräfte langfristig im Beruf zu halten und auch Männer für den Unterricht zu gewinnen.
Abschließend warnt er die Schweiz davor, sich von politischen Anfeindungen gegenüber Lehrern beeindrucken zu lassen. Die Schule ist ein fundamentaler Kitt der Gesellschaft. Wenn das amerikanische Schulsystem versagt, könnten auch demokratische Strukturen gefährdet sein. Daher wäre es klug, in die Stärkung des Bildungssystems beider Länder zu investieren.