Beni Durrer und sein Mann René Lehmann kehren der deutschen Hauptstadt den Rücken, da sie dort wegen ihrer sexuellen Orientierung ständigen Beleidigungen und Bedrohungen ausgesetzt sind. Beni Durrer erinnert sich noch gern an Berlin als Zufluchtsort für Schwule, doch die aktuelle Situation hat sich drastisch verändert. Ihre Erfahrungen umfassen regelmäßige Pöbeleien mit Begriffen wie “Schwuchtel” und “Hurensohn”, sowie ernsthafte Bedrohungen von Männern mit Vorstrafen, gegen die sie selbst vor der Polizei kaum Hilfe fanden. René Durrer-Lehmann, ein Berliner Coiffeurmeister, ist überzeugt, dass viele dieser Angriffe von Personen aus muslimischen Ländern ausgehen und findet wenig Verständnis für seine Aussagen in den Medien.
Die beiden Männer machten durch ihre Teilnahme an der SRF-Serie “Heimweh” öffentliches Aufsehen. Sie beschreiben, wie die Realität ihrer Erfahrungen oft verzerrt oder ignoriert wird. Statistiken des deutschen Innenministeriums zeigen zwar einen hohen Anteil deutscher Tatverdächtiger bei Übergriffen auf Homosexuelle, doch die Doppelnatur der Aggressionen in der Bevölkerung bleibt oft unerkannt. René und Beni Durrer berichten von schwerwiegenden Angriffen, unter anderem durch Migranten.
Die beiden kritisieren die mangelnde Anerkennung dieser Probleme seitens der Medien und Politik und sehen sich mit Vorwürfen konfrontiert, Rechtsextreme zu unterstützen. Dennoch betonen sie, keine Rassisten zu sein und Multikulturalismus weiterhin zu befürworten. Sie vermissen die Offenheit ihrer Heimat Schweiz, wo sie bislang von derartigen Anfeindungen verschont blieben.
Obwohl ihr Geschäft in Berlin unter den gesellschaftlichen Spannungen leidet, hoffen sie auf eine neue Perspektive im schweizerischen Luzern. Dort erfreuen sich die beiden an einem offeneren Klima gegenüber Homosexuellen und Frauen, was einen deutlichen Kontrast zu ihrer Berliner Erfahrung darstellt. Ihre Entscheidung zum Umzug ist trotz wirtschaftlicher Herausforderungen festgelegt.