Aufgrund der alternden Bevölkerung in der Schweiz sinkt das Verhältnis von Beitragszahlern zur Anzahl an Rentnerinnen und Rentnern. Der Bundesrat hat nun konkrete Massnahmen präsentiert, um das Rentensystem entsprechend anzupassen: Die Reform «AHV 2030» könnte dem Versicherungssystem bis zum Jahr 2040 zusätzliche Einnahmen von circa 600 Millionen Franken jährlich einbringen. Bis zum 11. September können Kantone, Parteien und Verbände ihre Stellungnahmen abgeben.
Der Bundesrat plant nicht, das Rentenalter auf 65 zu erhöhen, behält sich dies aber für zukünftige Reformen vor. Stattdessen wird der Freibetrag für Personen über 65, die weiterhin arbeiten möchten, von 16’800 auf 22’680 Franken pro Jahr angehoben und regelmässig angepasst, um den Anreiz zu stärken, auch nach dem Rentenalter erwerbstätig zu sein. Das Einkommen soll zudem stärker bei der Rente berücksichtigt werden.
Das Aufbessern der Rente bis zum 70. Lebensjahr wird flexibler gestaltet, indem die Altersgrenze aufgehoben wird. Weiterhin sollen Frührenten in der beruflichen Vorsorge von einem Mindestalter von 58 auf 63 Jahre angehoben werden, wobei Ausnahmen bei Unternehmensumstrukturierungen und im Rahmen von Gesamtarbeitsverträgen vorgesehen sind. Das Mindestalter wird jedoch auf 60 Jahre festgelegt.
Der Bundesrat plant zudem die Bezahlung von AHV-Beiträgen auf Kranken- und Unfalltaggelder, ähnlich der Praxis bei Arbeitslosengeldern. Für Selbstständige mit hohen Einkommen soll ein höherer Beitragssatz eingeführt werden.
Dividenden für Mitarbeiteraktien stehen im Fokus, da sie zur Vermeidung von AHV-Beiträgen genutzt werden können. Der Bundesrat will Dividenden als überhöht betrachten, wenn die Rendite mehr als 15 Prozent des investierten Kapitals erreicht.
Ob eine zusätzliche Finanzierung der AHV erforderlich ist, hängt von den Entscheidungen des Parlaments ab, insbesondere in Bezug auf die Finanzierung der 13. Altersrente, die Ende 2026 beginnt. Die Beratungen dazu laufen derzeit in Bern, und endgültige Beschlüsse werden für Juni erwartet. Sollte das Parlament keine oder nur vorübergehende Lösungen finden, wäre eine zusätzliche Finanzierung notwendig.
SRF 4 News, 20.05.2026, 15:00 Uhr