Möglicherweise handelt es sich um einen der schwersten Fälle sexueller Gewalt in Kindertagesstätten: In zwei privaten Einrichtungen im Raum Bern und Winterthur soll ein Mann über eineinhalb Jahre hinweg mindestens 15 Kleinkinder missbraucht haben, wie SRF berichtet. Beide Kitas sind private Institutionen, wobei eine Mitglied beim Branchenverband Kibesuisse ist.
Maximiliano Wepfer, Mediensprecher und zuständig für die politische Kommunikation bei Kibesuisse, äußert sich zu dem Vorfall. Wepfer beschreibt seine Gefühlslage als eine Mischung aus Abscheu, Ekel und tiefem Mitgefühl mit den betroffenen Familien. Er unterstreicht auch die Schwierigkeiten für Mitglieder des Verbandes.
Kibesuisse ist verantwortlich für die Entwicklung von Grundlagen und Empfehlungen sowie Aus- und Weiterbildungsangeboten für Kitas, Tagesfamilien und schulergänzende Strukturen. Wepfer betont, dass die Mitglieder stets alles tun, um Kindern qualitativ hochwertige und sichere Betreuung zu bieten.
Obwohl beide Kitas Schutzkonzepte gemäß den Vorgaben von Kibesuisse hatten, offenbart der Fall eine Versäumnis in deren Umsetzung. Wepfer bezeichnet es als verstörend, dass dies übersehen wurde. Er fordert mehr Ressourcen und die Unterstützung durch Behörden zur Verbesserung.
Um solche Vorfälle zukünftig zu verhindern, plädiert Wepfer für einen verbesserten Informationsaustausch zwischen den Behörden und eine gründliche Überprüfung der Prozesse. Zudem sollte Unterstützung bei Fachstellen für Betroffene gesucht werden.
Während die Untersuchungsbehörden die Verantwortung tragen, fordert Kibesuisse zur Prävention auf und betont die gesamtgesellschaftliche Pflicht zum Schutz der Kinder. Das Gespräch führte Leonie Marti im Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 25.3.2026 um 6:31 Uhr.