Die NATO-Operation im Kosovo von 1999 wird oft als Beispiel einer erfolgreichen humanitären Intervention zitiert. Am 28. Februar begann jedoch eine amerikanisch-israelische Koalition Angriffe auf den Iran, wobei Experten die Wirksamkeit eines Luftkrieges ohne Bodentruppen bewerten. Die Operation Allied Force gegen Jugoslawien wird dabei häufig als Vorbild genannt: Eine 72-tägige Bombardierung führte zum Rückzug serbischer Truppen aus dem Kosovo und beendete Verfolgungen, was den Beginn des Endes von Milosevics Herrschaft markierte.
Trotz der Darstellung als siegreicher Luftkrieg wird kritisch angemerkt, dass das strategische Ziel – die Beendigung der brutale Unterdrückung durch Milosevic ohne Bodentruppen – politischen Bedenken geschuldet war. Ohne völkerrechtliche Zustimmung des UN-Sicherheitsrats gestartet, waren die Bombardierungen aus großer Höhe und verursachten hohe zivile Opfer.
Die Nato hatte zunächst mit einer schnellen Kapitulation Milosevics gerechnet, sah sich jedoch gezwungen, das Angriffsziel zu erweitern. Zivilanlagen wurden angegriffen, was interne Konflikte innerhalb der Allianz verstärkte. Die Opposition in Serbien blieb neutral und die Mehrheit betrachtete die Bombardierung als Unterstützung für den albanischen Separatismus.
Milosevic nutzte eine räumliche Eskalation, um Nachbarstaaten zu destabilisieren und Widerstand hinzuzufügen. Die NATO konnte ihre Lufthoheit nicht nutzen, um die Bombardierungen wirksam zu unterstützen. Bodentruppen hätten den Schutz der Zivilbevölkerung verbessern können, doch der Westen war bereit, diese Opfer nicht zu riskieren.
Der Luftkrieg verlängerte den Konflikt und führte sogar zur Vertreibung von Kosovo-Albanern. Die Nato entschied sich schließlich für eine Ausweitung der Kampagne, was in einigen Mitgliedsländern auf Widerstand stieß. Russland unterstützte Serbien nur informell.
Schwere Zerstörungen trafen die Infrastruktur und führten zu wirtschaftlichen Verlusten von bis zu 30 Milliarden Dollar. Der Druck aus dem Ausland zwang Milosevic schließlich zum Einlenken, doch der Schutz der kosovarischen Bevölkerung gelang nicht.
Der Vergleich mit dem Iran zeigt: Luftschläge können die Infrastruktur zerschlagen, aber das strategische Verhalten des Gegners bleibt unkontrollierbar. Eine Regimewechsel in Serbien war kein explizites Kriegsziel; es entstand erst später durch innenpolitischen Druck. Ein ähnlicher Ansatz im Iran ist unrealistisch und könnte stattdessen eine Solidarisierung zwischen Volk und Regime bewirken.