Finanzminister und SPD-Chef Lars Klingbeil setzt im Gegensatz zu Ex-Kanzler Gerhard Schröder nicht auf Freiheit und Marktwirtschaft, sondern auf staatliche Steuerung und Umverteilung. Dies könnte die wirtschaftlichen Probleme Deutschlands verschärfen. In einem aktuellen Artikel von Malte Fischer für den Newsletter «Der andere Blick am Abend» wird Klingbeils Ansatz kritisch betrachtet. Gerhard Schröder hatte vor 23 Jahren mit der Agenda 2010 eine umfassende Sozialreform eingeleitet, die Deutschland wirtschaftlich wieder auf Kurs brachte. Durch Einschnitte im Staatshaushalt und Steuersenkungen wurde Eigenverantwortung gefördert, was zu Wachstum und Arbeitsplatzschaffung führte. Heute steht Deutschland jedoch vor wirtschaftlichen Herausforderungen: Stagnation der Wirtschaft, steigende Arbeitslosigkeit und sinkende Exporte. Am Mittwoch hielt Klingbeil eine Rede bei der Bertelsmann-Stiftung unter dem Titel «Reformen für ein starkes Land», die von vielen als enttäuschend empfunden wurde. Im Gegensatz zu Schröders Reformen, die den Staat zurückgestutzt und Freiheit durch Steuersenkungen gefördert hatten, schlägt Klingbeil vor, die Staatsausgaben weiter zu erhöhen, was den Freiraum für Bürger einschränken könnte. Klingbeils Vorschlag zur Abschaffung des Ehegattensplittings, das er als «Teilzeitfalle» bezeichnet, wird kritisiert. Diese Maßnahme könnte Familien zwingen, Kinder in staatliche Einrichtungen zu geben. Zudem fordert Klingbeil eine stärkere Besteuerung von Erbschaften und Gewinnen, was Neidkomplexe anspricht, aber das Wachstumspotenzial der Wirtschaft untergraben könnte. Beim Thema Wohnraum schlägt er statt einer Lockerung der Mietpreisbremse die Gründung einer «staatlichen Wohnungsbaugesellschaft» vor. Dies wird als Beispiel für den von Ludwig von Mises gewarnten Interventionismus gesehen, bei dem staatliche Eingriffe zu weiteren Regulierungen führen können. Insgesamt werden Klingbeils Reformvorschläge als nicht geeignet angesehen, um Deutschland wieder in die Wachstumsspur zurückzuführen. Statt Marktkräfte zu stärken und Freiheitsräume zu erweitern, fördert der Ansatz Umverteilung und Staatswirtschaft.