Neben den zivilen Opfern der russischen Invasion hinterlassen die Truppen auch Tausende verwaiste Hunde. Daniel Koch berichtete von seinen Besuchen in zwei Tierheimen. Die “Ingeborg Brudermann Stiftung” unterstützt mit ihrem Projekt “Tiere im Krieg” ukrainische Tierheime.
Die verzweifelten Blicke der traumatisierten Tiere verdeutlichen, wie sehr Mitgefühl und Empathie notwendig sind. Der Mensch, oft als Gipfel der Schöpfung betrachtet, hat durch sein destruktives Kriegsverhalten immer wieder andere Lebewesen in Mitleidenschaft gezogen.
Obwohl moderne Kriege nicht mehr mit Pferden oder Kampfhunden geführt werden, leiden doch unzählige Tiere unter den Folgen. Wenn selbst die mächtigsten Nationen keine Regeln und Abkommen respektieren, bleiben nur direkte Hilfsmaßnahmen für betroffene Tiere, getrieben von Mitgefühl.
Daniel Koch berichtete über seinen Besuch im März in den Heimen “Domivka” und “Sirius Fedorivka”. Besonders beeindruckt zeigte er sich vom Engagement der Tierretter. In Lwiw führte ihn die Veterinärstudentin Marta zu einer Auffangstation, die nun auch von Kriegsflüchtlingen genutzt wird.
Marta berichtete auf Englisch über riskante Rettungsaktionen in den Kriegsgebieten. Der Platzmangel erfordert bald einen Gnadenhof ausserhalb der Stadt für exotische Tiere.
Ein Besuch dort offenbarte die Spuren eines extrem kalten Winters, doch selbst die zutraulichen Esel störte dies nicht und genossen Streicheleinheiten von den Besuchern. Diese waren ebenfalls aus Kriegsgebieten gerettet worden.
Im Tierheim “Sirius Fedorivka”, 50 Kilometer nördlich von Kyi, unterbringen sie über 3000 Hunde in Zwingern und 200 Katzen im Katzenhaus. Alexandra Mezinova gründete das Heim vor 25 Jahren aus purer Liebe zu Tieren. Bei der Besetzung durch russische Truppen im Februar 2022 bewies sie grossen Mut.
Sie schmuggelte trotz zerstörter Kommunikationsmittel Futter ins Heim ein und baute neue Zwinger mit Unterstützung der “Ingeborg Brudermann Stiftung”. Die Hundezahl wuchs auf über 3000, doch die Adoption bleibt schwierig.
Alexandra kennt viele tragische Schicksale: Ein junger Mann brachte seinen Schäferhund zu ihr, als er sich dem Militär anschloss; sein weiteres Schicksal ist unbekannt. Besonders ans Herz gewachsen sind Alexandra die “Owtscharkas-Hunde”, die vielleicht nach Kriegsende ein neues Zuhause finden könnten.
In einem kriegsgeplagten Land fehlt es den Tieren an einem angemessenen Zuhause. Trotz ausreichend Futter und medizinischer Versorgung hofft man auf bessere Heime für die Vierbeiner.
Die Unterstützung derer, die sich um diese Tiere kümmern, ist ein Zeichen der Solidarität mit allen Kriegsopfern. Daniel Koch, bekannt als “Mister Corona”, lebt im Kanton Bern und schreibt regelmässig auf Nau.ch. Mehr Informationen zur Stiftung finden Sie unter ukraine-tiere-im-krieg.ch.