Um zukünftige Auseinandersetzungen im Parlament wie jene in Thüringen zu verhindern, wo sich AfD-Abgeordnete heftig mit anderen Parteien stritten, setzt Sachsen-Anhalt auf eine Reform. Diese soll die Blockadehaltung der AfD eindämmen, die laut Umfragen bei der nächsten Wahl stark zulegen könnte. CDU-Abgeordneter Andreas Schumann warnte im Landtag in Magdeburg vor einem Umbau des Staates, der rechtsstaatliche Prinzipien missachten könnte. Die AfD, als rechtsextrem eingestuft vom Verfassungsschutz und sich selbst als Demokratieretterin sehend, sieht die Reform kritisch. Oliver Kirchner von der AfD verglich sie mit einer „Hütchenspielerreform“. Marcel Lewandowsky, Politologe an der Uni Halle, erläutert, dass das Gesetz nicht speziell gegen die AfD gerichtet ist, sondern Notmechanismen zur Ämterbesetzung schafft, falls sich Parteien nicht einigen können. Der Ministerpräsident kann nun Staatsverträge nicht ohne Parlament auflösen. Die Reform beinhaltet auch Regeln gegen Vetternwirtschaft in der AfD: gegenseitiges Anstellen von Familienangehörigen und übermäßige Angestelltenzahlen werden untersagt. Politologe Lewandowsky betont die Bedeutung des demokratischen Schutzes, besonders da Institutionen nur funktionieren, solange Regeln eingehalten werden. Eine bemerkenswerte Einigkeit aller Parteien außer der AfD zeigte sich bei dieser Reform. Politologe Lewandowsky sieht es als wichtig an, dass sich CDU, SPD, FDP sowie Grüne und Linke stärker zur Demokratie bekennen. Bei den bevorstehenden Wahlen liegt die AfD laut Umfragen bis zu 40 Prozent voran. Dennoch zeigen sich die Parteien in Magdeburg nicht ohnmächtig im Kampf um die Demokratie, wie mehrfach im Landtag betont wurde: „Heute ist ein guter Tag für die Demokratie.“