US-Präsident Donald Trump hat das Ultimatum gegenüber dem Iran um zehn Tage verlängert. Trotzdem zeigt Teheran weiterhin kein Interesse an Verhandlungen, was Washington dazu bewegt, zusätzliche 10.000 Soldaten in den Nahen Osten zu entsenden und Überlegungen anzustellen, Waffenlieferungen an die Ukraine umzuleiten.
In einer öffentlichen Kabinettssitzung am Donnerstag zeigte Trump Stärke und Zuversicht. Er betonte, dass er nicht unter Zeitdruck stehe, eine diplomatische Lösung mit dem Iran zu finden. “Sie (die Iraner) flehen um ein Abkommen”, sagte Trump, “aber ich bin unsicher, ob wir das tun können oder wollen.”
Später am Tag postete Trump auf Truth Social: “Auf Bitte der iranischen Regierung verschiebe ich die Zerstörung von Elektrizitätswerken um zehn Tage bis zum 6. April um 20 Uhr.” Er behauptete, dass die Gespräche mit Teheran “sehr gut” verliefen und erwähnte als Zeichen des guten Willens, dass Iran zehn Erdöltanker unter pakistanischer Flagge durch die Straße von Hormuz passieren ließ.
Allerdings wiesen die iranischen Revolutionsgarden am Freitag diese Aussagen zurück. Sie erklärten, dass die Straße von Hormuz geschlossen sei und alle Schiffe, die Verbündeten oder Unterstützern der zionistisch-amerikanischen Feinde gehören, nicht passieren dürfen. Zuvor mussten zwei chinesische Frachtschiffe umdrehen, obwohl China zu den Gegnern Irans nicht zählt. Die Schifffahrt in der Meerenge ist seit dem israelisch-amerikanischen Angriff auf Iran um 90 Prozent gesunken.
Seit Beginn des Konflikts passieren fast ausschließlich iranische Schiffe die Straße von Hormuz, nachdem sie einen engen Korridor entlang der iranischen Küste durchfahren mussten. In einigen Fällen wurde ein Wegzoll von bis zu zwei Millionen Dollar verlangt, laut AP in chinesischer Währung.
Die Trump-Regierung hat Teheran unter pakistanischer Vermittlung einen 15-Punkt-Plan vorgelegt, den das iranische Regime öffentlich abgelehnt und eigene Bedingungen für eine Feuerpause gestellt hat. Der neue Revolutionsführer Mojtaba Khamenei hat einem Treffen mit US-Repräsentanten noch nicht zugestimmt, da er befürchtet, dass Washington die Verhandlungen nutzen könnte, um Zeit für weitere militärische Aktionen zu gewinnen.
Um das Vertrauen der Iraner zurückzugewinnen, plant Trump, seinem Vizepräsidenten J. D. Vance eine führende Rolle in den Verhandlungen zu geben. Vance hatte sich in der Vergangenheit gegen Kriegshandlungen im Nahen Osten ausgesprochen und gilt als Sprachrohr der Isolationisten innerhalb der Republikaner.
Israelische Medien berichteten, dass Trump bis Samstag einen Waffenstillstand verkünden könnte, mit oder ohne Einigung mit dem Iran. Washington bereitet sich jedoch auch auf eine Bodentruppenverlegung in die Straße von Hormuz vor und erwägt, weitere 10.000 Soldaten zu entsenden.
Das Pentagon überlegt zudem, Waffenlieferungen an die Ukraine umzuleiten und 750 Millionen Dollar für eigene Bestände zu verwenden, wie die “Washington Post” berichtete. Der Botschafter der Vereinigten Arabischen Emirate forderte eine endgültige Lösung gegen iranische Bedrohungen.
Die bisher mobilisierten US-Truppen reichen vermutlich nicht aus, um die Straße von Hormuz zu sichern, was hohe Verluste riskieren könnte. Berichte zeigen, dass iranische Angriffe mehrere Militärbasen der USA schwer beschädigt haben.