Bei einem Flüchtlingsboot vor der Küste von Kreta hat sich eine neue, verheerende Tragödie ereignet. Überlebende berichteten den Behörden, dass ihr Boot mehrere Tage lang im offenen Meer trieb und an ausreichendem Trinkwasser mangelte. Laut dem griechischen Rundfunk ERTNews wurden die Leichen nacheinander über Bord geworfen, wie von der Küstenwache bestätigt.
Ein Schiff der EU-Grenzschutzagentur Frontex konnte 26 Überlebende in der Nähe von Kreta retten. Diese werden momentan medizinisch betreut und registriert. Die Flüchtenden gaben an, sechs Tage lang zwischen Tobruk im Libyen-Hafen und Kreta umhergetrieben zu sein. Unter widrigen Bedingungen wurde ihr Boot manövrierunfähig. In dieser Region setzen Schlepperbanden häufig Migranten ohne ausreichende Versorgung ins offene Meer.
Dieser Vorfall ist Teil einer zunehmenden Zahl tödlicher Bootsunglücke im Mittelmeer. Im Februar kamen allein auf der etwa 300 Kilometer langen Überfahrt von Libyen nach Kreta mindestens 18 Menschen ums Leben. Die griechische Küstenwache vermutet eine weitaus höhere Dunkelziffer. Diese Route ist zentral für Flüchtlinge, die nach Europa gelangen wollen.
SRF 4 News, 29.03.2026, 10:30 Uhr; sda/harm; hues