Der Hafen in Dongying in Shandong ist ein zentraler Knotenpunkt im Handel mit Öl, das trotz internationaler Sanktionen aus Iran und Russland nach China gelangt. Nach Angaben von Matrosen, die den Hafen verlassen, gibt es seit Beginn des Konflikts kaum noch Schiffe aus dem Nahen Osten; stattdessen sind chinesische Tanker im Einsatz. Diese kleinen, unabhängigen Raffinerien in der Provinz Shandong, bekannt als «Teapot-Raffinerien», verarbeiten bis zu 20 Prozent des Rohöls Chinas und beschäftigen etwa 350.000 Menschen. Um die Herkunft des sanktionierten Öls zu verschleiern, schalten Tanker ihre Ortungssysteme ab, wechseln Fracht auf See und ändern Dokumentationen, wie Muyu Xu von Kpler erklärt. Dennoch konnten Lieferungen mithilfe von Marktdaten und Satelliten überwacht werden. Direkt am Hafen befindet sich ein Cluster dieser Raffinerien, deren Zugang streng kontrolliert ist. Tausende Tanklastwagen warten darauf, Produkte wie Benzin oder Diesel zu laden. Ein Fahrer beschreibt die Marktverwerfungen infolge des Konflikts im Iran und die resultierenden Produktionskürzungen wegen der hohen Preise. Laut Xu waren die Teapot-Raffinerien auf preisgünstiges sanktioniertes Öl angewiesen, das rund 20 Dollar pro Fass billiger war als reguläres Erdöl. Doch nach einer temporären Lockerung der Sanktionen sind die Preise gestiegen, während die chinesische Regierung die Verkaufspreise für Kraftstoffe begrenzt. Xu zufolge machen diese Raffinerien seit zwei Wochen Verluste. Der Wartezeitraum auf neue Aufträge könnte bis zu zwei Tage betragen, was Tausenden Arbeitern in der Region Sorgen bereitet. Der Krieg hat das wirtschaftliche Modell dieser kleinen Anlagen erheblich beeinträchtigt.