Der Zürcher Stadtrat hat kürzlich eine umfangreiche Liste von Gebäuden, Häusergruppen und Grünräumen präsentiert, die ins kommunale Denkmalschutzinventar aufgenommen werden sollen. Dies geschah im Kontext der neuen Bau- und Zonenordnung. Insgesamt wurden 296 Objekte neu in das Inventar aufgenommen, darunter 729 Einzelbauten. Diese Ergänzung stellt die bisher größte in den vierzigjährigen Bestehen des kommunalen Denkmalschutzinventars der Stadt dar.
Nach dieser Aktualisierung sind nun gut 9300 von rund 50.000 Gebäuden geschützt oder inventarisiert, wobei der Stadtteil Kreis 1 die höchste Dichte an potenziell schützenswerten Bauten aufweist. Ein großer Teil der neu hinzugefügten Objekte befindet sich in den Kreisen 3 und 4, oft handelt es sich um Blockrandbebauungen oder ganze Siedlungen.
Ein Eintrag im Inventar bedeutet jedoch keinen definitiven Schutz oder Abbruchverbot. Stattdessen wird eine Schutzvermutung angenommen, wie das Amt für Städtebau erklärt. Vor Umbauten muss die Schutzwürdigkeit genauer untersucht werden.
Zu den bemerkenswerten Neuzugängen gehören kleine, historische Bauten im Innenhof von Siedlungen aus dem späten 19. Jahrhundert, wie ein Studio des Radiosenders Lora an der Militärstrasse. Diese Kleinbauten wurden oft als Werkstätten oder Stallungen genutzt und sind nun zum Teil in Ateliers umgewandelt.
In Affoltern entstand das Zentrum Kronenhof nach dem Abriss des alten Gasthauses Löwen, erbaut von Edy Rudolf Knupfer zwischen 1968 und 1970. Der Bau ist inspiriert von Le Corbusiers Unité d’Habitation in Marseille.
Ein weiteres historisches Beispiel ist die Zürcher Central-Molkerei an der Sihlquai, deren Gebäude aus den Jahren um 1889 bis heute gewerblich genutzt werden, obwohl sie nicht mehr für Molkereiproduktionen dienen.
Das Restaurant alte Post in Seebach wurde wegen seiner reichen Geschichte ins Inventar aufgenommen. Ursprünglich 1844 erbaut und zeitweise Gaststube sowie Tierpark beherbergend, ist es ein kulturelles Relikt der Vergangenheit.
Der Kiosk auf der Josefwiese, ein beliebter Treffpunkt im Industriequartier, soll nach einem verheerenden Brand von 2022 wieder aufgebaut werden. Ursprünglich als Milchhäusli geplant, wurde er vom Stadtbaumeister Hermann Herter entworfen.
Nicht zuletzt wurden die sogenannten Wartehallen an der Bahnhofquai, die aus den 1950er Jahren stammen und sich aktuell im Umbau befinden, als qualitätsvolle Zeugen ihrer Zeit ins Inventar aufgenommen. Sie werden jedoch abgerissen und neu errichtet, um barrierefreien Zugang zu ermöglichen.
Diese Neuzugänge spiegeln die Vielfalt der architektonischen Erbschaft Zürichs wider, von historisch bedeutsamen Gebäuden bis hin zu modernen Interpretationen.