Gegen seine eigene Politik des Ölembargos gegen Kuba entscheidet sich US-Präsident Donald Trump überraschend dazu, Russlands Öltransporte zuzulassen. Trotz der anhaltenden Mangelwirtschaft zeigt sich die Bevölkerung robust und resilient.
Früher hatte Trump behauptet, das Regime auf Kuba würde bald zusammenbrechen. Im Januar verhängte er ein Ölembargo gegen die Insel, doch kürzlich passierte der russische Tanker “Anatoly Kolodkin” Kubas Hoheitsgewässer unbehelligt von US-Militärschiffen, wie die “New York Times” berichtet. Der Grund für diese Entscheidung könnte ein Konflikt mit Russland vermeiden wollen.
Nach der Festnahme Venezuelas Präsident Nicolás Maduro stoppten die USA Öllieferungen an Kuba und drohten Sanktionen gegen Länder, die weiterhin Öl lieferten. Drei Monate ohne Lieferungen führten zu Rationierungen und vermehrten Stromausfällen auf der Insel, was Proteste nach sich zog. Trump kündigte an, Kuba bald militärisch einnehmen zu wollen.
Trotz einer US-Entscheidung Mitte März, Russland für 30 Tage Ölverkaufserlaubnis zu gewähren – ausgenommen Lieferungen nach Kuba –, passierte der sanktionierte Tanker die Blockade. Ursprünglich mit den Zielkoordinaten “Atlantis, USA” versehen, fuhr er selbstständig weiter und erreichte Matanzas mit 730.000 Barrel Rohöl.
Trump gab zu verstehen: “Ob Kuba Öl von Russland oder anderen erhält, ist mir egal.” Er betonte zudem die humanitäre Notwendigkeit des Öls für Heizung und andere wesentliche Bedarfe.
Trotz der Knappheit zeigt sich Havanna überraschend widerstandsfähig. Der Benzinpreis auf dem Schwarzmarkt liegt bei 10 bis 12 Dollar pro Liter, während Diesel relativ günstig ist. Importe aus den USA über ISO-Tankcontainer und die Normalisierung des Gütertransports tragen zur Stabilität bei.
Die Versorgung mit Lebensmitteln bleibt stabil und die Bevölkerung hat sich an Stromausfälle gewöhnt, die vor allem in Stoßzeiten auftreten. Der echte Test für das Regime wird der Sommer sein, wenn die Hitze den Einsatz von Klimaanlagen notwendig macht.
Kuba deckt seinen täglichen Bedarf von 100.000 Barrel Öl zu 40.000 Barrel Eigenproduktion. Die Rationierungen reduzieren jedoch den Verbrauch. Experten wie Jorge Piñon vermuten, dass das nun gelieferte Öl in rund 250.000 Barrel Diesel umgewandelt wird – ausreichend für zwei Wochen.