Die Stammesföderation am Golf sieht in einem verwundeten Iran eine tödliche Bedrohung und bittet Amerika, konsequent vorzugehen. Doch dieser harte Ansatz birgt erhebliche Risiken.
Selbst das Wetter schien sich gegen die Emirate zu stellen: Nach langer Trockenheit brachte ein plötzlicher Regenfall Abu Dhabi in Aufruhr. Die Hauptstadt verwandelte sich, und Autofahrer wurden über SMS vor Gefahren gewarnt.
Diese Meldungen sind jedoch nicht nur wegen des Wetters Teil des Alltags – sondern auch aufgrund des Krieges mit Iran, der nach einem Angriff durch Amerikaner und Israelis begann. Seitdem haben die Emirate, insbesondere Abu Dhabi, eine Zunahme iranischer Drohnen- und Raketenangriffe erlebt, mehr als jede andere Nation.
Viele dieser Geschosse wurden abgefangen, aber es gab dennoch Brände und Naturkatastrophen. Die Emirate reagieren jedoch standhaft: Sie zeigen sich kämpferisch unter allen angegriffenen Golfstaaten und fordern eine Fortsetzung des Krieges, um die Aggression zu beenden.
Yousef al-Otaiba, der Botschafter in Washington, betonte im “Wall Street Journal”, dass ein Waffenstillstand mit Iran nur akzeptabel sei, wenn er mit einer Verhaltensänderung verbunden sei. Andere lokale Persönlichkeiten beschuldigen Iran des Terrorismus und spekulieren über mögliche offensive Aktionen der Emirate.
Die harte Linie resultiert nicht nur aus den Angriffen. Die Blockade der Strasse von Hormuz, die für Abu Dhabis Erdölexport entscheidend ist, wird als direkter Anschlag auf das Geschäftsmodell und die Staatsphilosophie gesehen. Auch Fujairah, ein alternativer Exporthafen, wurde angegriffen.
Die Entschlossenheit Abu Dhabis richtet sich gegen die Blockade und ideologisch gegen das iranische Regime. Die Emirate präsentieren sich als stabiler Staat mit einem aufgeklärten Modell im Gegensatz zu regionalen Krisenländern.
Dubai, eine Handelsmetropole, steht symbolisch im Kontrast zu Teheran. Nadim Koteich sieht die Emirate als Provokation für Iran wegen ihrer internationalen Wirtschaft und Bevölkerung.
Die Macht liegt jedoch bei bin Zayed in Abu Dhabi, der ein starkes Militär und eine aggressive Außenpolitik aufgebaut hat. Der aktuelle Konflikt stellt seine größte Herausforderung dar.
Falls Iran die Kontrolle über Hormuz gewinnt oder Trump den Feldzug beendet, wäre es für die Emirate verheerend. Die Bevölkerung zeigt bereits Zeichen der Erschütterung. Die Regierung versucht mit Postern und Appellen, den Durchhaltewillen zu stärken.
Bin Zayed muss auf eine Fortsetzung des amerikanischen Kurses hoffen, doch die Gefahr einer Eskalation bleibt bestehen. Sollte der Konflikt intensiver werden, könnten weitere kritische Infrastrukturen ins Visier genommen werden. Ein Vorfall mit Trümmern auf einer Schnellstrasse in Abu Dhabi verstärkte diese Befürchtungen.