Der Versuch, unter Lebensgefahr nach Europa zu gelangen, bleibt trotz der Fluchtbewegungen aus der Ukraine ein tägliches Risiko für Migranten. Das Mittelmeer, die Balkanroute und der Ärmelkanal sind dabei zentrale Routen. Das UNHCR vermeldete Ende 2024 weltweit über 123,2 Millionen Geflüchtete; bis Juni 2025 waren es bereits 117,3 Millionen. Die IOM dokumentierte seit 2014 über 80.300 Todes- oder Vermisstenfälle auf Migrationsrouten (Stand Januar 2026), wobei allein im Januar 2026 mehr als 300 Personen starben oder vermisst werden. Fast die Hälfte der Opfer ereignete sich beim Mittelmeerüberquerung, mit über 33.400 Toten seit 2014. Ein besonders tragisches Unglück vor Griechenland kostete im Juni 2023 etwa 600 Menschen das Leben. Ende 2024 waren laut UNHCR 49 Millionen oder 40 Prozent aller Geflüchteten Kinder, was ihre überproportionale Betroffenheit hervorhebt. Insgesamt leben 66 Prozent der Flüchtlinge in einem Nachbarland, wobei Kolumbien mit 2,8 Millionen die höchste Zahl aufgenommen hat, gefolgt von Deutschland und Türkei (jeweils 2,7 Millionen) sowie dem Iran (2,5 Millionen). In Bezug auf den Anteil an der Gesamtbevölkerung nehmen kleinere Länder wie Aruba, Curacao und Montenegro die meisten Flüchtlinge prozentual auf. Das EU-Parlament stimmte im April 2024 nach intensiven Verhandlungen dem umstrittenen Migrations- und Asylpaket zu. Dieses verschärft die Regelung für illegal eingewanderte Personen, indem es beschleunigte Verfahren mit einer Dauer von maximal drei Monaten an den EU-Außengrenzen einführt und Unterbringung in geschlossenen Zentren vorsieht. Nach dem Sturz des syrischen Diktators Bashar al-Asad im Dezember 2024 ist die Lage in Syrien unübersichtlich. Viele europäische Länder, darunter Deutschland und die Schweiz, haben Asylverfahren für Syrer ausgesetzt. Das UNHCR betont, dass eine sichere Rückkehr nach Syrien noch nicht möglich sei. Die Anzahl der irregulären Grenzübertritte in die EU sank 2024 um 38 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf rund 239.000 Personen, den niedrigsten Wert seit 2021. In Griechenland stieg jedoch die Zahl der registrierten Migranten um 29 Prozent auf über 62.000 an. Griechische Gesetze verschärfen sich weiter: Ein neues Migrationsgesetz sieht härtere Strafen und eine beschleunigte Rückführung vor, während Asylverfahren für bestimmte Migranten ausgesetzt werden. Die griechischen Inseln sind Anlaufstellen für Bootsmigranten von der Türkei; bei Festnahme oder Schiffsuntergang landen sie in Lagern auf den Inseln Samos, Lesbos und anderen. Im libyschen Grenzgebiet patrouillieren türkische und griechische Kräfte entlang eines neuen Zauns. Libyen hat sich zu einem zentralen Transitland entwickelt; die Zustände für Migranten dort sind prekär, wie von UNO-Menschenrechtsorganisationen kritisiert wird. Im Jahr 2023 verloren über 2250 Menschen ihr Leben auf der Mittelmeerroute. Die EU-Kommission berichtete von mehr als 90.000 Ankünften aus Ländern wie Libyen und Tunesien, wobei die meisten in Italien landeten.