Die Nachfrage nach Unterstützung steigt – und mit ihr die Notrufe. In der Zentralschweiz ist das Sorgentelefon häufig überlastet, sodass viele Hilfesuchende in der Warteschleife hängen bleiben. Deshalb sucht das Telefonprojekt “Dargebotene Hand” nun nach Freiwilligen.
In Zürich wurden im letzten Jahr etwa 28.000 Anrufe entgegengenommen, was einem Rückgang von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Im Gegensatz dazu stieg die Nachfrage in der Zentralschweiz um 10,4 Prozent.
Geschäftsleiter Klaus Rütschi erklärt, dass dies nicht auf mehr Sorgen bei den Einwohnern zurückzuführen sei, sondern vielmehr darauf, dass in Großstädten zahlreiche Beratungsangebote zur Verfügung stehen. In der Zentralschweiz dagegen fungiert die “Dargebotene Hand” oft als erste Anlaufstelle.
Hilfesuchende nutzen zunehmend den Chat, um ihre Probleme zu schildern, bevor sie zum Telefon wechseln – häufig wegen komplexerer Anliegen. Besonders junge Frauen erleben vermehrt Panikattacken, Sozialphobien und selbstverletzendes Verhalten.
Trotz steigender Nachfrage bleibt es schwierig, genügend Freiwillige zu finden. Die Organisation kann zwar mehr Beratungen anbieten, doch die Kapazitätsengpässe bestehen weiterhin: Rund 10 bis 15 Prozent der Anrufenden erreichen keine freie Leitung.
Die Finanzierung stellt ebenfalls eine Herausforderung dar; die Organisation ist auf Spenden angewiesen. Am 21. Mai findet um 19 Uhr an der Universität Luzern ein Infoanlass statt, um Freiwillige zu werben.
Junge Männer sind laut Rütschi in ihrer Rolle verunsichert und zeigen vermehrt Wut, Aggressionen sowie Suchtverhalten. Einsamkeit betrifft weiterhin viele ältere Menschen stark.
Für Unterstützung wählen Sie die Nummer 143 der “Dargebotenen Hand” oder die Nummer 147 von “Pro Juventute” für Jugendliche. Die Luzerner Psychiatrie bietet zudem ein Beratungstelefon unter 058 856 53 00 an.
Quellen: Klaus Rütschi, Geschäftsleiter Dargebotene Hand Zentralschweiz; SRF Regionaljournal Zürich Schaffhausen.