In Zürich-Tiefenbrunnen ist eine einhundert Meter lange Mole vor kurzem im See versunken, mutmasslich aufgrund von unverschlossenen Schächten während Wartungsarbeiten. Ein Boot wurde mit in die Tiefe gezogen und die Ermittlungen laufen noch. Der Zürichsee beherbergt mindestens 160 Schiffswracks und Überreste zweier Flugzeuge. Der See hat im Laufe der Jahrhunderte viele Dinge verschluckt, besonders Schiffe aus dem 19. Jahrhundert, die Baumaterialien transportierten. Ein tragisches Ereignis ereignete sich 1872 vor Meilen: Ein Schiff mit 450 Kindern an Bord kollidierte, während die Besatzung betrunken war. Zwei Menschen starben, darunter ein Schiffskassier. Wasserflugzeuge stürzten ebenfalls im See ab; 1920 verunglückte eine Maschine bei Zollikon, wobei der Pilot und sein Mechaniker ums Leben kamen. Die Maschine wurde geborgen, während die Wracks von Transportschiffen weiterhin auf dem Seegrund liegen. Vor 71 Jahren versank kurz vor der Saisoneröffnung eine gesamte Badeanstalt in Küsnacht im See. Ein Uferabbruch, bei dem ein Wohnhaus zerstört wurde, führte dazu, dass die Badi und das Haus untergingen. Ursprünglich sollte die neue Anlage mit modernen Einrichtungen ausgestattet werden. Der weiche Untergrund erwies sich als Herausforderung; trotz 156 Eichenpfählen und zwei tausend Kubikmeter Kiesausbaggerung brach der Seegrund ein. Zweifel der Baufirma wurden ignoriert, obwohl ein Fachmann die Arbeit bestätigte. Am 17. April 1955 zeigten sich Probleme, als Pfähle an die Wasseroberfläche drückten, weil eine Gesteinsschicht abbrach und ins Rutschen kam. Am 22. April versank die Badeanstalt mit dem Wohnhaus im See. Sechs Familien mussten evakuiert werden. Die Untersuchung durch Geologen nach dem Unglück führte zu Erkenntnissen über das schwache Sediment, Seekreide genannt, das sich bei Erschütterungen verflüssigt. Heutzutage wird dieses Material anders behandelt. Küsnacht erholte sich rasch und baute die Badeanstalt mit Kiesauffüllung neu auf. Heute existiert das Kusen-Bad noch mit einem Bistro, Kinderbecken und Floss, während der Sprungturm 18 Meter unter Wasser liegt.