Das Bezirksgericht Bülach hat den sofortigen Konkurs der Stahlbaufirma Baltensperger aus Höri verfügt, die durch ihren öffentlich ausgetragenen Streit mit dem Zoo Zürich bekannt wurde. Dieses Urteil wirft erneut Fragen auf über die Schuldfrage im Zusammenhang mit dem misslungenen Volierenbau und den finanziellen Folgen für das 65 Jahre alte Unternehmen mit 70 Angestellten.
Baltensperger hat von Anfang an dem Zoo die Verantwortung für sein Scheitern zugeschoben, während der Zoo betont hatte, dass ein gesundes Unternehmen nicht aufgrund eines einzigen Auftrags scheitern könne. Der Zoo beendete im Dezember vergangenen Jahres die Zusammenarbeit, da Baltensperger den Bau der Voliere in der geforderten Genauigkeit und Zeit nicht fertigstellen konnte. Baltensperger hingegen argumentierte, dass unrealistische Anforderungen seitens des Zoos zu Verzögerungen führten.
Nach dem Abbruch der Zusammenarbeit zog die Zoo Zürich eine Garantie von 4 Millionen Franken bei der ZKB ein, da Baltensperger den Auftrag nicht erfüllte. Dies verschärfte die Liquiditätsprobleme des Unternehmens, das bereits vorher 9,5 Millionen Franken aus dem Zoo erhalten und diese anderweitig investiert hatte.
Das Gericht entschied sich gegen den Antrag der Firma auf Aufschub und folgte stattdessen einem Sachwalter, der die Interessen der Gläubiger vertrat. Dieser berichtete, dass Baltensperger Angebote zur Sanierung ausgeschlagen habe – Informationen, die unter Verschluss bleiben.
Trotz des Konkursurteils sind die Pläne von Baltensperger für einen Neustart durch eine Auffanggesellschaft nicht gefährdet. Die Entscheidung basierte primär auf finanziellen Erwägungen zugunsten der Gläubiger, da das Gericht Zweifel an einem finanziellen Vorteil eines Monats Aufschub äußerte.
Die Firma kritisiert die Entscheidung, da sie keinen Einfluss mehr auf Schadenersatzforderungen habe. Auch sind Lagerkosten weiterhin zu tragen. Das Gericht stellte fest, dass im April Lohnkosten von 55.000 Franken fällig werden, die ohne sofortige Konkurseröffnung nicht verhindert werden könnten.
Noch immer hofft Baltensperger auf Erlöse aus dem Verkauf der bereits gebauten Stahlbögen für den Zoo. Derzeit gibt es jedoch keine Einigung über einen neuen Auftragnehmer, was die finanziellen Aussichten weiter trübt.