Autorin: Magdalena Leitner
Eine vermeintlicher Designer offeriert Luxusartikel zu Spottpreisen – zumindest scheinbar. Die Zuger Polizei warnt vor Vorsichtsmaßnahmen.
Stellen Sie sich eine Situation vor, in der ein angeblicher Vertreter einer Luxusmarke auf der Straße an Ihnen vorbeiläuft und Ihnen seine Anzüge verschenken möchte. Er gibt vor, von einer Modeschau in Zürich nach Mailand zu reisen und wegen Zollproblemen die Kleidungsstücke loswerden zu müssen. Wäre das Grund genug für Sie, stehen zu bleiben?
Ein Lesereporter meldete sich bei zentralplus, nachdem er auf diese Betrugsmasche hereingefallen war: Ein scheinbarer Modedesigner bot ihm in Zug Sakko an, die normalerweise im vierstelligen Bereich kosten. Als Gegenleistung bat der Täter den Reporter um eine kleine Bezahlung für eines der Sakkos. Der Lesereporter spürte schnell das Unglaubwürdige.
Die Zuger Polizei bestätigt, dass solche Betrugsversuche regelmäßig auftreten, jedoch “eher wellenartig” und nicht täglich sind, wie sie zentralplus berichtete. Die Masche ist in der gesamten Schweiz bekannt.
Das Prinzip bleibt stets ähnlich: Die Täter sprechen Passanten an, manchmal aus ihrem Auto heraus, und locken mit dem Angebot, angeblich Designerware zu stark reduzierten Preisen zu erwerben. Sie passen ihr Vorgehen gelegentlich leicht an.
Das “SRF” berichtete im letzten Jahr von ähnlichen Betrugsmethoden. Das Magazin “Espresso” des “SRF” verzeichnete mehrere Meldungen, dass ein als “Anzugsgauner” bekannter Trickster in Kantonen wie Solothurn, St. Gallen und Aargau aktiv war.
Die Betrüger setzen oft Zeitdruck ein, indem sie von Problemen beim Zoll sprechen – eine einmalige Gelegenheit. Die Polizei empfiehlt, auf solche spontanen Angebote Fremder vorsichtig zu reagieren und nicht unter Druck Entscheidungen zu fällen.
Generell gilt: Wenn ein Angebot zu gut klingt, um wahr zu sein, ist es das meistens auch nicht. Die Polizei rät generell davon ab, Fremden Bargeld zu überlassen und verdächtige Begegnungen sofort der Polizei zu melden.
Bisher liegen der Zuger Polizei keine konkreten Hinweise auf die Identität der Täter vor. Bei einem kürzlichen Betrugsfall waren die Verdächtigen bereits abgereist, bevor sie ermittelt werden konnten.
Verwendete Quellen:
– Ein Leserreporter meldete sich bei zentralplus.
– Schriftlicher Austausch mit der Medienstelle der Zuger Polizei.
– Ein Artikel des “SRF”.