Konstantin Kreibich berichtet über ein ambitioniertes Vorhaben, das auf dem Gelände des Armee-Ausbildungszentrums Luzern (AAL) umgesetzt werden soll: Die Errichtung eines Erinnerungsorts für gefallene Schweizer Soldaten. Dies geht aus einem aktuellen Projektbeschrieb von armasuisse Immobilien hervor, der mit einem Baugesuch der Stadt Luzern vorgelegt wurde.
Das Projekt dient sowohl als Besinnungsstätte für Angehörige und Armeeangehörige als auch als Ort für Gedenkfeiern. Die Idee gewann nach einem zweistufigen Kunst- und Architekturwettbewerb 2020/21 Gestalt. Der Künstler Andreas Schneider in Zusammenarbeit mit dem Architekten Philipp Schallnau entwickelte das Projekt “Monumoira”.
Ein zentrales Element der Installation ist ein 167 Meter langes, in den Boden integriertes Band aus gegossenen Messingtafeln. Dieses Band durchzieht die Wiese und trägt auf 69 Inschriften in den vier Landessprachen Themen wie Schmerz, Verlust, Trauer und Versöhnung.
Ein weiterer Bestandteil ist eine 26 Meter hohe Stele mit einem sich verjüngenden Querschnitt. Am unteren Ende misst sie 90 Zentimeter im Durchmesser und schrumpft an der Spitze auf 19 Zentimeter. Ein weisses Licht, das rund um die Uhr leuchtet, ziert den obersten Abschluss.
Der Besucherort neben der Stele ist rollstuhlgängig und bietet Platz für mehrere Personen zur Ruhe.
In den letzten 150 Jahren sind laut Projektbeschrieb über 10.000 Armeeangehörige bei Diensterfüllung ums Leben gekommen. Ein zentraler Ort, an dem sie gewürdigt werden können, fehlte bisher in der Schweiz. Im Jahr 2019 entschied sich die Armee für diesen Schritt.
Die neuen Gedenkstätten sollen denjenigen gedenken, die im Grenzdienst während der Weltkriege oder bei verschiedenen Unfällen ums Leben kamen. Auch zivile Opfer und Todesfälle aus Friedenszeiten werden berücksichtigt.
Die Wahl fiel auf das AAL-Gelände, welches als Kaderausbildungsstätte dient, nahe militärischen Bauten und einem Naherholungsort liegt und zudem öffentlich zugänglich ist. Der Blick auf den Pilatus unterstreicht die Bedeutung der Lage.
Die rechtlichen Besitzverhältnisse sind kompliziert: Die Stadt Luzern ist Landeigentümerin, während der Kanton im Baurecht und der Bund als Hauptmieter fungieren. Ein Vertragsentwurf für Dienstbarkeiten liegt seit 2023 vor, jedoch ist er noch nicht unterschrieben.
Der Boden des Baugrundes könnte Bauarbeiten erschweren, da er wenig Wasser aufnimmt und zu Setzungen neigt. Hierzu haben Bund, Kanton und Stadt ein Entwässerungskonzept entwickelt. Die Kosten für die Gedenkstätte sind auf maximal 1 Million Franken begrenzt, um den finanziellen Rahmen der Streitkräfte einzuhalten.
Die Bauarbeiten sollen auch von Genietruppen übernommen werden, was sowohl kostensparend als auch identitätsfördernd ist. Ein Baubeginn ist für diesen Sommer vorgesehen.