Zu den Osterfeiertagen wird der Verkehr in Richtung Süden erneut chaotisch: Stau, insbesondere am Gotthard, ist fast unvermeidlich. Die Situation hat sich verschärft; die Staustunden haben sich zwischen 2012 und 2022 verdreifacht. Eine mögliche Lösung könnte die Einführung der «Alpenmaut» sein. Der Nationalrat unterstützte nach dem Ständerat eine entsprechende Motion, wonach Ausländer für das Durchfahren der Schweiz zahlen sollen. Diese Gebühr wird dynamisch an das Verkehrsaufkommen angepasst: Bei hohem Verkehrsaufkommen steigt der Preis, bei geringerem sinkt er. Simon Stadler erklärt, dass alle Grenzübergänge mit Kameras ausgestattet würden und Reisende, die weniger als 12 Stunden in der Schweiz bleiben, zur Kasse gebeten werden. Mit dieser Maßnahme soll nicht nur der Verkehr am Gotthard entlastet, sondern auch der Ausweichverkehr durch Ortschaften reduziert werden. «Unsere Leute kommen nicht mehr zu ihrer Arbeit oder nach Hause», betont Urner Mitte-Nationalrat. Die Idee fand im Parlament breite Zustimmung, doch die GLP lehnte sie ab. Matthias Jauslin von der GLP argumentiert, dass eine Transitgebühr das eigentliche Problem – zu viele Fahrzeuge auf den Straßen – nicht lösen würde und empfiehlt stattdessen ein ganzheitliches Verkehrskonzept. Die Einnahmen aus der Gebühr sind umstritten; ähnliche Road-Pricing-Modelle werden in Städten angewendet, um Stoßzeiten zu regulieren. Luca Urbani merkt an, dass die Einmaligkeit von Freizeitfahrten den Effekt mindert und die Gebühren daher hoch sein müssten, um eine Lenkungswirkung zu erzielen: «Ein Zweifaches oder Dreifaches der Differenz wäre notwendig – mindestens 40 bis 60 Franken.» Bevor die «Alpenmaut» Wirklichkeit wird, sind noch viele Staustunden zu überbrücken. Der Bundesrat muss eine Vorlage erarbeiten und sie dem Parlament zur Abstimmung vorlegen. Sollte eine Verfassungsänderung nötig sein, würde das Volk darüber entscheiden.