Valeria Wieser, die als nicht religiös geprägt aufwuchs, besucht eine Citykirche in Zug, um einem Handauflegungsritual beizuwohnen. Diese Erfahrung führt sie zu überraschenden Gefühlen von Gemeinschaft und Tränen. In ihrer Kindheit war der Kirchenbesuch selten, geprägt von prunkvollen Bildern und wenig Fokus auf die Lehren. Deshalb ist das Handauflegen in einer reformierten Gottesdienststruktur für sie Neuland. Trotz anfänglicher Skepsis findet Wieser den Gottesdienst erstaunlich bodenständig, ohne überladene Dekoration. Weltliche Musik und Literatur sowie die Ansprache des Pfarrers Andreas Haas vermitteln Nähe zum Alltag. Während der Zeremonie, bei der Teilnehmer im Kreis stehen und sich nicht berühren, aber mit den Händen aufeinander abstützen, fühlt sie keine Energieübertragung. Doch beim gegenseitigen Handhalten am Ritualende erlebt Wieser eine starke emotionale Reaktion: Dicke Tränen laufen ihr übers Gesicht – ein Gefühl von Verbundenheit mit den Anwesenden überwindet ihre Scham, in der Öffentlichkeit zu weinen. Sie bemerkt ähnliche Reaktionen bei anderen. Nach dem Gottesdienst spricht sie mit Pfarrer Haas, dessen Erklärung zur Wirkungsweise des Handauflegens neue Einsichten bringt. Dieses Ritual beruhigt und verbindet Menschen auf eine nicht alltägliche Weise, indem es ein Energiefeld jenseits des physischen Körpers erzeugt. Wieser bleibt skeptisch, aber der Erlebnisabend lässt ihre Perspektive erweitern. Das Ritual, das sowohl in Einzel- als auch Gruppensituationen eingesetzt wird, zeigt seine Wirkung unabhängig von direkter physischer Berührung und vermittelt ein tiefes Gefühl der Verbundenheit.