Das Schaffen von Zugänglichkeit in Neubauten oder bei Sanierungsprojekten ist ein wichtiger Fortschritt, um Barrieren für Rollstuhlfahrer abzubauen. Diese Verbesserungen sind jedoch nutzlos, wenn sie den Betroffenen nicht bekannt gemacht werden. Ein wesentliches Problem besteht darin, dass solche baulichen Veränderungen oft nicht zentral erfasst und kaum öffentlich beworben werden. Dies verursacht zusätzliche Recherchearbeit für Menschen mit Behinderungen, die sich auf eine Fahrt oder einen Restaurantbesuch vorbereiten.
Trotz der Initiativen von Procap und Pro Infirmis, Plattformen zur Veröffentlichung barrierefreier Einrichtungen zu schaffen, mangelt es an regelmäßigen Aktualisierungen der Daten. Diese Informationen sind zwar in Bau- und Abnahmedokumenten vorhanden, werden aber nicht systematisch erfasst oder zugänglich gemacht.
Dieses Problem wurde auf den Hackdays Uri thematisiert, einer Veranstaltung, die sich mit dem verbesserten Informationsfluss befasste. Bei einem Hackday treffen Experten verschiedener Fachbereiche zusammen, um Probleme zu lösen und digitale Lösungen zu entwickeln. In Altdorf versammelten sich etwa vierzig Personen im Zeughaus, darunter viele IT-Fachleute aus verschiedenen Teilen der Schweiz. Der Verein “Digital Cluster Uri” organisierte das Event mit dem Ziel, die Digitalisierung im Kanton zu fördern.
Lionel Bapst, ein Urner Architekt und Teilnehmer der Hackdays, brachte eines von zehn Themen auf die Agenda: Die Notwendigkeit, Informationen über barrierefreie Gebäude sichtbarer zu machen. Er betonte, dass diese Daten nicht aus der Öffentlichkeit verschwinden dürfen, insbesondere in Zeiten fortschrittlicher Technologien wie KI.
Ein anderer Teilnehmer merkte an, dass oft vorhandene Lösungen angepasst und genutzt werden können. Eine Arbeitsgruppe unter Carmen Gisler entdeckte etwa die bestehenden Internetplattformen von Procap und Pro Infirmis als Ausgangspunkt für ihre Arbeit.
Obwohl Hackdays nicht unbedingt fertige Lösungen erwarten, können sie neue Denkansätze und Methoden zur Weiterverarbeitung vorhandener Informationen bieten. Pro Infirmis unterstützt Menschen mit Behinderungen landesweit und bietet auf ihrer Website eine Karte an, die zeigt, wie zugänglich verschiedene Bauten sind.
Procap berichtet, dass etwa 1,9 Millionen Menschen in der Schweiz von einer Behinderung betroffen sind. Mehr als 170.000 davon haben Schwierigkeiten beim Gehen oder sind auf einen Rollstuhl angewiesen.