Bei seinem ersten Osterfest hat der neue Papst Leo XIV., das Oberhaupt von 1,4 Milliarden Katholiken, den traditionellen Segen Urbi et Orbi gespendet und sich dabei für weltweiten Frieden eingesetzt. Bei einer Zeremonie auf dem Petersplatz vor zahlreichen Gläubigen rief er dazu auf, Konflikte durch Dialog zu lösen. Er appellierte an diejenigen mit der Macht über Kriege, sich für den Frieden zu entscheiden. Zugleich warnte er eindringlich davor, in Gleichgültigkeit gegenüber den zahlreichen aktuellen Kriegen zu verfallen.
Die Feier markierte einen deutlichen Kontrast zum Vorjahr, als sein Vorgänger Franziskus nicht mehr selbst den Segen sprechen konnte. Diesmal fuhr der 70-jährige Leo fröhlich mit dem Papamobil über den Platz und segnete Kinder. Die Ostersonntagsmesse zog unter strahlend blauem Himmel mehr als 40.000 Menschen an, die weltweit live dabei sein konnten.
Von der Loggia des Petersdoms forderte Leo: «Legt Waffen nieder! Entscheidet euch für den Frieden durch Dialog!» Er kritisierte eine zunehmende Gewöhnung an Gewalt und Gleichgültigkeit gegenüber den zahlreichen Toten sowie wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Konflikte. Obwohl er keine spezifischen Konflikte oder Beteiligten nannte, sprach er auch eine «Unterdrückung der Schwächsten» und die «Profitgier, die unsere Erde ausbeutet», an.
In seiner Predigt betonte er die Bedeutung des Osterns, das die Auferstehung Jesu Christi feiert. Nachdem er den Urbi et Orbi-Segen gesprochen hatte, wünschte er in zehn Sprachen frohe Ostern und zeigte sich traditioneller als sein Vorgänger.
Am Gründonnerstag erinnerte Leo mit einem Fusswaschritual an das letzte Abendmahl, und bei der Karfreitagsprozession trug er persönlich ein Kreuz. Die Zeremonie im Kolosseum lockte über 30.000 Gläubige an; in der Osternachtsmesse war der Petersdom voll besetzt.
Leo hatte den Urbi et Orbi-Segen bereits zu Weihnachten und nach seiner Wahl gespendet, was seinen Anspruch als Führer der weltweiten Christenheit unterstreicht. Unter Johannes Paul II. wurden solche Übertragungen global populär, wobei Familien sich traditionell bei Ostern und Weihnachten versammeln, um die Sendung aus dem Vatikan zu verfolgen.